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Arbeitsschutz in Unternehmen – Pflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Bild: © Tolea1, pixabay.de

In der modernen und von hohen Ansprüchen geprägten Arbeitswelt spielt der betriebliche Arbeitsschutz eine elementare Rolle. Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) gilt als wichtigste Grundlage und gibt Aufschluss über die gesetzlichen Arbeitgeberpflichten. Welches Equipment Arbeitgeber ihren Mitarbeitern für ein sicheres Arbeiten bereitstellen müssen und wofür Arbeitnehmer wiederum selbst verantwortlich sind, klärt dieser Ratgeber.

Was muss durch Arbeitgeber bereitgestellt werden?

Um die Belegschaft vor Gefahren zu schützen, sind Arbeitgeber per Gesetz verpflichtet, spezielle Arbeitsschutzausrüstung bereitzustellen. Diese setzt sich je nach Risiken aus anderen Utensilien zusammen. Die folgende Liste macht auf einige Teilbereiche im technischen Arbeitsschutz und dessen Verordnungen aufmerksam:

Lärm und Vibration

Die im März 2007 in Kraft getretene Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung verpflichtet Arbeitgeber Personal vor Lärm sowie Vibration und damit vor Lärmschwerhörigkeit und Muskel- sowie Skelettkrankheiten durch übermäßige Lärmbelastung beziehungsweise Vibrationen zu schützen. Zum einen muss ein Arbeitgeber einen angemessenen Gehörschutz mit erforderlicher Dämmwirkung zur Verfügung stellen und über die korrekte Anwendung aufklären. Zum Schutz vor übermäßiger Vibration müssen Maschinen entsprechend gefertigt beziehungsweise Arbeitsabläufe so gestaltet werden, dass die Belastungsgrenzen nicht überschritten werden. Zum anderen sind Arbeitnehmern die Gesundheitsgefahren sowie sinnvollen Maßnahmen zur Minderung und Verringerung der Lärm- sowie Vibrationsexposition aufzuzeigen.

Die Grenzwerte zu Lärm und Vibration im Überblick:

Lärm Vibrationen
85 dB(A) −>Expositionsgrenzwerte
137 dB© ->Spitzenbelastung
0,8 m/s 2 -> Beschleunigungswert (Längsrichtung der Wirbelsäule)

Bild: © voltamax, pixabay.de

Baustellensicherheit

Auf Baustellen ist das Risiko für Arbeitsunfälle besonders hoch. Schwere Lasten, Arbeitsplätze in schwindelerregenden Höhen oder offene Stellen im Untergrund: Die Liste der potenziellen Gefahrenstellen ist lang und dies stellen nur drei Beispiele dar. Auch im Rahmen der Baustellensicherheit ist der Arbeitgeber verpflichtet, Arbeitnehmern alle Sachmittel auszuhändigen, die zur Unfallverhütung gesetzlich vorgeschrieben sind, um sich arbeitsschutzgerecht zu verhalten. Besteht beispielsweise das Risiko für einen Absturz, muss der Arbeitgeber unter anderem die persönliche Schutzausrüstung gegen Abstürze und Auffangeinrichtungen organisieren.

Stehen stattdessen Abbrucharbeiten, Rohrleitungsbauten oder Aufgaben mit schweren Maschinenteilen an, sind Sicherheitsschuhe Pflicht. Sie sollen Knochenbrüchen, Quetschungen und sonstigen Verletzungen am Muskel- und Skelettsystem vorbeugen. Sicherheitsschuhe gibt es in verschiedenen Ausführungen, um den individuellen Ansprüchen gerecht zu werden. In der Industrie haben sich S1-Sicherheitsschuhe bewährt. Sie erfüllen die Grundanforderungen in Sachen Sicherheit wie stoßabfangende Absätze, ausgeformtes Fußbett für einen sicheren Halt und Stahl-Zehenschutzkappen. S3-Sicherheitsschuhe verfügen zusätzlich über eine durchtrittsichere Laufsohle und Nässeschutz, was auf Baustellen vorteilhaft ist. Sicherheitsschuhe verschiedener Sicherheitsklassen mit individueller Formgebung präsentiert das auf Arbeitskleidung spezialisierte Unternehmen Engelbert Strauss im Onlineshop. Neben halbhohen Modellen und Alternativen, die bis über den Knöchel reichen, gehören S4- und S5-Sicherheitsgummistiefel zum Repertoire, welche außerdem kraftstoffbeständige Sohlen mit sich bringen. 

Bild: © Capri23auto, pixabay.de

Wissenswertes zu Regeln der Baustellenverordnung sowie zahlreiche Praxishilfen finden Unternehmer in der Onlinebroschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Künstliche optische Strahlung

Künstliche optische Strahlung kann massive Folgen für die Gesundheit haben. Mit der seit Sommer 2010 geltenden Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung, kurz OStrV, wurden Arbeitgeber dahingehend zum individuellen Arbeitnehmerschutz verpflichtet. Diese Verordnung ist besonders bei Unternehmen entscheidend, in denen Mitarbeiter Glas oder Quarz behandeln, Schweißarbeiten durchführen oder Metalle verarbeiten. Aber auch das Arbeiten mit Lasern ist davon betroffen. Um ernsthafte Haut- und Augenschäden oder gar Langzeitfolgen wie Krebs vorzubeugen, muss persönliche Schutzausrüstung vorhanden sein, sobald organisatorische und technische Schutzvorkehrungen für den Arbeitnehmerschutz nicht ausreichen. Das können Schutzbrillen oder Handschuhe sein. Wird mit besonders gefährlichen Lasern hantiert, ist laut OStrV sogar ein sachkundiger Laserschutzbeauftragter vorgeschrieben. Auf der Internetseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz sind Details zur OStrV nachvollziehbar.

Biologische Arbeitsstoffe

Mit biologischen Arbeitsstoffen sind Mikroorganismen gemeint, die toxische, sensibilisierende oder infektiöse Eigenschaften aufweisen und somit ein erhöhtes Risiko für Arbeitnehmer darstellen. Arbeitgeber sind laut Biostoffverordnung (BioStoffV) verpflichtet, das Personal vor derartigen Gefahren zu schützen. Nachdem die Gefährdung und das Infektionspotenzial beurteilt wurden, gilt es die erforderlichen Schutzvorkehrungen festzulegen und zu dokumentieren. Neben allgemeinen Hygienemaßnahmen müssen für die individuellen Gegebenheiten passende Sicherheitsmaßnahmen ausgewählt werden. Darunter kann das Tragen von Atemschutz oder Handschuhen fallen, um eine Infektion zu vermeiden. Aber auch Sicherheitsgeräte sind elementar, um das Risiko zu minimieren.

Die Kosten für die gesetzlich erforderliche persönliche Schutzausrüstung muss der Arbeitgeber zahlen. Weitere Informationen rund um den technischen Arbeitsschutz finden Sie online ebenfalls beim BMAS. Was ergänzend bei der Mitarbeiteraufklärung in Bezug auf den Arbeitsschutz beachtet werden sollte, haben wir im Beitrag “Arbeitsschutz in Unternehmen“ erläutert.

Bild: © webandi, pixabay.de

Wofür sind Arbeitnehmer selbst verantwortlich?

Arbeitnehmer müssen, die vom Arbeitgeber aufgrund der Arbeitsschutzverordnungen bereitgestellte Schutzausrüstung tragen. In §15 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) heißt es: „Die Beschäftigten sind verpflichtet, nach ihren Möglichkeiten sowie gemäß der Unterweisung und Weisung des Arbeitgebers für ihre Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Sorge zu tragen.“ Darunter fällt neben dem Tragen der Schutzausrüstung das bestimmungsgemäße Nutzen von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten, Werkzeugen und Transportmitteln. Gleichzeitig liegt die Sicherheit und Gesundheit von anderen Personen im Verantwortungsbereich der Mitarbeiter, welche durch die eigenen Unterlassungen beziehungsweise Handlungen betroffen sind. Stellt das Personal Defekte an sicherheitsrelevantem Equipment fest, sind diese dem Vorgesetzten unmittelbar zu melden. Außerdem wird im Gesetzestext betont: „Die Beschäftigten haben gemeinsam mit dem Betriebsarzt und der Fachkraft für Arbeitssicherheit den Arbeitgeber darin zu unterstützen, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit zu gewährleisten und seine Pflichten entsprechend den behördlichen Auflagen zu erfüllen.“

Rechtsanwalt Christian Solmecke thematisiert die Arbeitsschutzpflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer im folgenden Jura-Ratgeber und weist dabei auf zentrale Verordnungen hin:

 

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