Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie dem zu. Details ansehen

Die 9 häufigsten Fragen & Antworten zum Elterngeld für Selbständige

Bild: @ sebagee, pixabay.de

Eltern haben das Recht, direkt nach der Geburt Elterngeld zu beantragen. Die staatliche Unterstützung kommt auf 65 % des Nettoeinkommens. Von dieser Regelung sind Selbständige nicht ausgenommen. Dennoch ergeben sich Unterschiede in der Berechnung und in der Antragsstellung. Welchen Zuschuss können Selbstständige mit der Geburt des Kindes beantragen? Wie viel Elterngeld gibt es tatsächlich?

1) Warum bekommen Selbstständige keinen Mutterschutz?

Privat Krankenversicherte haben keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Eine Ausnahme bilden Freiberufler und Selbstständige, die freiwillig gesetzlich krankenversichert sind. Dennoch gilt es hier, einen Blick auf den Tarif zu werfen, denn dieser sollte die Freigabe des Mutterschaftsgeldes mit aufnehmen. Es handelt sich um einen Zuschuss, der sechs Wochen vor und bis zu acht Wochen nach der Geburt einsetzt. Werdende Mütter oder frisch gebackene Mamas haben die Gelegenheit, bis zu 13 € pro Tag zu erhalten. Bei Zwillingen oder Mehrlingsgeburten erweitert sich die Laufzeit auf bis zu 12 Wochen.

Dennoch sollten Schwangere, die privat versichert sind, nicht vorschnell aufgeben, sondern verfügbare Leistungen in ihren Tarifpaketen abfragen.

2) Wie lange gibt es Elterngeld für Selbstständige?

Grundsätzlich ist es ganz einfach für Eltern, vorab die Höhe der Elterngeldzahlungen zu berechnen. Das Bundesfinanzministerium hat einen Online-Rechner zur Verfügung stellt, der eine erste Orientierung bietet. Haben die werdenden Eltern erst einmal herausgefunden, dass sie schwanger sind, sollten sie rechtzeitig mit dem Kalkulieren beginnen.

Schlussendlich ergibt sich in Bezug auf die Elterngelder eine unterschiedliche Bezugsdauer und Möglichkeiten, die Elternzeit aufeinander aufzuteilen. Ein Elternteil bekommt über maximal 12 Monate Elterngeld. Bei Alleinerziehenden steigt die Bezugsdauer 14 Monate. Den Eltern steht es frei, diese Elternzeit untereinander aufzuteilen oder diese zeitgleich zu nehmen. Um den Anspruch der vollen 14 Monate wahrzunehmen, muss jedes Elternteil mindestens zwei Monate zuhause bleiben.

3) Wie viel Elterngeld bekommen Selbstständige?

Die untere Grenze kommt auf 300 € pro Monat. Maximal erreichen Eltern eine monatliche Zahlung von 1800 €. Das entspricht einer Berechnungsgrundlage von 68 % auf das Nettoeinkommen. Für Selbstständige ist der letzte Steuerbescheid ein wichtiges Dokument zur Berechnung. Liegt dieser noch nicht vor, reicht eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder ein Vorauszahlungs-Bescheid. Diese Bilanz bildet eine Grundlage für die Beantragung und Berechnung des Elterngeldes.

4) Wie verlängern Familien ihren Bezug?

Das Elterngeld-Plus und Beispiele verschiedener Kombinationen für Elterngeld-Plus zeigen eine Möglichkeit, den Bezug auszuweiten. In diesem Zeitraum gehen die Selbständigen Teilzeitarbeiten und bekommen einen reduzierten Satz. Dafür gibt es diese Zahlungen doppelt so lange. Im Prinzip passiert nichts anderes, als dass aus einem vollen Monat Elterngeld zwei Elterngeld-Plus Monate werden. Das sichert Selbstständigen den Fortgang des eigenen Betriebs und erhält auch weiterhin die wirtschaftliche Existenz, ohne auf die staatlichen Hilfen und Unterstützungen zu verzichten.

Im Rahmen des Partnerschaftsbonus haben beide die Chance, weitere vier Monate zu bekommen. Die Voraussetzung für diesen Bonus ist die gemeinsame Betreuung des Kindes, wenn beide Eltern in Teilzeit arbeiten. In diesem Fall gibt es nochmals vier zusätzliche Bonus-Monate obendrauf.

Bild: © PublicDomainPictures, pixabay.de

5) Wann gibt es kein Elterngeld?

Eine Ausnahme im Bereich der Selbstständigen bilden die Paare, die im Kalenderjahr direkt vor der Geburt über 500.000 € brutto verdient haben. Bei Alleinstehenden steigt diese Grenze auf 250.000 €. In diesem Fall haben die Familien keinen Anspruch auf den staatlichen Zuschuss.

6) Welches Kalenderjahr gilt als Berechnungsgrundlage?

Selbstverständlich schwankt das Einkommen der Selbstständigen, so dass die Beantragungsberechnung des Elterngelds auf das letzte abgeschlossene Wirtschaftsjahr zurückführt. Das wäre der Zeitraum nach dem Kalenderjahr vor der Geburt. Im Gegensatz dazu zählen bei einem Arbeitnehmer die 12 Monate direkt vor der Geburt.

Bestimmte Voraussetzungen machen es sogar möglich, ein anderes abweichendes Wirtschaftsjahr anzugeben. Das ist immer dann möglich, wenn die Mütter nachweisen, dass sie im Beantragungs- und Bemessungszeitraum aufgrund der Schwangerschaft krank waren und weniger verdient haben. In diesen Fällen erkennen die Elterngeldstellen diese Abweichungen zumeist an.

7) Wie viel dürfen Eltern in Elternzeit arbeiten?

Oftmals ist es Selbständigen gar nicht möglich, direkt nach der Geburt, das eigene Geschäft vollständig ruhen zu lassen. Hier gilt der Grundsatz, nicht mehr als 30 Stunden in der Woche zu arbeiten. Die jeweiligen Gewinne lassen sich auf die Zahlungen anrechnen. Über die eigenen, familiären Grenzen hinaus arbeiten zu gehen, ist nicht immer lohnenswert. So macht es auch keinen Unterschied, ob ein Angestellter oder eine Vertretung die auflaufenden Arbeiten erledigt. Auch hier verrechnet die Elterngeldstelle die wirtschaftlichen Gewinne.

8) Wann beantragen Selbstständige Elterngeld?

Mit dem Tag der Geburt haben die Eltern die Möglichkeit, Elterngeld zu beantragen. Dennoch ist es nicht falsch, den Schriftverkehr vorab zu beenden, da viele gerade direkt nach der Geburt etwas anderes im Sinn haben, als sich mit der Elterngeldstelle auseinanderzusetzen. Die jeweilige Beantragungsstellen und der Sitz fallen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich aus. Oftmals befinden sich die Ansprechpartner in Kommunen, Behörden oder direkt im Kreis. Für all diejenigen, die kein Mutterschaftsgeld erhalten, gilt das Elterngeld bereits nach dem ersten Tag nach der Geburt. Arbeitnehmer erhalten die ersten Zahlungen zumeist nach dem Mutterschutz.

9) Müssen Familien auf Elterngeld Steuern zahlen?

Auch wenn für das Elterngeld keinerlei Steuern anfallen, gilt auch hier der Progressionsvorbehalt. So kommt das restliche Einkommen hinzu und im Zusammenhang mit dem Elterngeld lässt sich ein erhöhter Steuersatz zu Grunde legen. Neben dem Elterngeld gibt es für selbstständige Familien natürlich Kindergeld. Für das erste Kind erhalten die Eltern 192 € pro Monat, für das dritte Kind 198 € und für jedes weitere Kind noch 223 €. Kinder bekommen bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres weiterführend Kindergeldzahlungen.

Fazit – Kombinationen aus Elterngeld und Elterngeld-Plus

Selbstständige Eltern kalkulieren in der Schwangerschaft mit spitzem Stift, um kein finanzielles Risiko einzugehen. Grundsätzlich gibt es für Arbeitnehmer und für Freiberufler ebenso wie für Unternehmer und Selbstständige Elterngeld. Dabei bekommen Eltern 14 Monate lang die vollen Zahlungen oder sie teilen sich die Elternzeit. Wer den Zeitraum der Zahlungen in Teilzeitanstellung weiter ausdehnen möchte, wählt die Option Elterngeld-Plus und bekommt die Hälfte der Zahlungen über den doppelten Zeitraum. Bundesweit ergeben sich unterschiedliche Fördermöglichkeiten und finanzielle Entlastungen, die Familien den Start in einen neuen Lebensabschnitt erleichtern.

 

Gefällt Ihnen unser Engagement und diese Seite? Dann freuen wir uns über ein "Gefällt mir"!

Teilen


Kostenlose Tipps und News auf Twitter, über unsere Facebook-Fanpage oder per Newsletter!

 

Gründerblatt-Service für Sie

Betina Graf-Deveci - Inhaberin von Gründerblatt

Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen Tipps zur Existenzgründung vor, die wir für Sie recherchiert haben. Damit Sie gut informiert in Ihre Gründung starten können!

Hinter Gründerblatt selbst steckt ein praxis- erprobtes Netzwerk an Berater/innen, die Sie gerne auch persönlich bei Ihrer Gründung begleiten. Diese Dienstleistung ist kostenpflichtig, kann aber im Rahmen des kfw-Gründercoaching teilweise bis zu 75 % bezuschusst werden.

Mehr zu unserem Beratungsangebot lesen Sie hier:

Sehen Sie sich auch unsere Empfehlung zum Businessplan-Tool an:

Viel Erfolg bei Ihrer Existenzgründung!

Gründerblatt-Newsletter

Kostenfrei alle ein bis zwei Monate

Das könnte Sie interessieren:

Direkt zu den Businessplänen: Businessplan-Sammlung

Schlagworte zu dieser Seite

Bleiben Sie informiert: Gründerblatt-News abonnieren.

ffdm 2005-2018 Internetagentur Fit-für-den-Markt