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Kredite für StartUps – ein Erfahrungsbericht

Im Jahr 2012 war es bei mir soweit, die Gründung meines eigenen Unternehmens stand an. Nach etwa einem Jahrzehnt als Angestellter eines mittelständigen Unternehmens wagte ich den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Planungen dafür liefen aber schon bedeutend länger. Und die Zeit verbrachte ich nicht nur mit der Findung und Verbesserung der Geschäftsidee, sondern vor allem die Anschubfinanzierung bereitete mir Sorgen. Mein finanzielles Polster würde nicht lange ausreichen, um die Entwicklung meiner Idee zu finanzieren. Also musste ich dafür sorgen, dass mein Projekt durch Fremdkapital unterstützt wird.

An wen wende ich mich als unerfahrener Gründer?

Bisher war ich ein Angestellter. Die Beschaffung von Kapital hat mich nie interessiert, mein Gehalt wurde immer pünktlich auf mein Konto überwiesen und damit war die Sache für mich erledigt. Als Unternehmensgründer würde diese Einnahmequelle aber versiegen und ich müsste auf andere Mittel zurückgreifen können. Also wandte ich mich an die mir vertraute Bankberaterin meiner Hausbank. Nach einem Gespräch über meine Idee und die Art und Weise, wie ich das Unternehmen aufziehen wollte, teilte sie mir mit einem freundlichen Lächeln mit, dass die Idee vielversprechend klingt und ich sicherlich ein erfolgreicher Unternehmer sein könnte, ich sollte mir jedoch von meiner Bank keine Anschubfinanzierung erhoffen. Das Ganze begründete die freundliche Dame mit falschem Geschäftsfeld, unzureichendem Eigenkapital, mangelnder Erfahrung als Unternehmer usw. Während sie mir das erklärt hat, dachte ich, das hat sie bestimmt schon unzähligen weiteren Personen so erzählt. Sie konnte den Aufsatz nahezu auswendig vortragen.

Wenn die Hausbank keine Kredite für StartUps vergibt, wer dann?

Nach dieser enttäuschenden Erfahrung kam mir dann als erstes die Idee, Kreditvergleiche im Internet zu bemühen. Irgendwer muss doch gewillt sein, einen jungen Menschen, der den Schritt in die Selbstständigkeit wagen will, zu unterstützen. Also suchte ich diverse Kreditvergleichsportale auf und wühlte mich durch unzählige Angebote. Kredite für Selbstständige und Freiberufler gibt es zuhauf. Nur ist deren Bedingung zumeist eine bereits mindestens 12 Monate andauernde Geschäftstätigkeit. Also passten all diese Angebote nicht zu mir. Kredite ohne Schufa sollen problemlos zu erhalten sein, aber ein Gehaltsnachweis ist auch hier zu erbringen, gerade in der jungen Gründungsphase werde ich ein geregeltes Einkommen nicht vorweisen können. Außerdem sind die Kreditsummen doch recht beschränkt, wenn die Schufa außen vor bleiben soll.

Staatliche Fördermittel für Gründer

Durch einen Bekannten kam ich dann auf die Idee, mich über öffentliche Fördermittel für Gründer zu informieren. Hier gibt es eine Vielzahl an Angeboten von der EU, dem Bund und den einzelnen Ländern. Als Beispiel für Förderungen durch den Bund seien hier die Angebote der Kreditanstalt für Wiederaufbau zu nennen. Die KfW fördert StartUps durch folgende drei Möglichkeiten:

  1. Bürgschaften und zinsvergünstigte Kredite
    Wenn die üblichen Banken Geld an Unternehmensgründer vergeben, dann wollen sie auf jeden Fall Sicherheiten haben, um im Falle der Pleite noch an das verliehene Geld zu kommen. Hier bietet die KfW Bürgschaften an, um die Kreditchance der Gründer zu erhöhen. Aber auch direkte Kredite für Gründer werden von der KfW angeboten. Dabei ist die KfW natürlich auch darauf bedacht, das Geld nicht aus dem Fenster zu werfen. Jedoch sind die Vergaberichtlinien deutlich gründerfreundlicher als von anderen Banken.
  2. Zuschüsse
    Die KfW gewährt unter Umständen Zuschüsse für bestimmte Dinge. Beispielsweise gibt es Zuschüsse für Investitionen oder Personalförderungen. Bei Zuschüssen fließen Gelder in das Unternehmen, die zu keinem Zeitpunkt zurückgezahlt werden müssen. Natürlich werden diese Zuschüsse nicht aus Nächstenliebe vergeben, sondern diese Mittel werden vor allem in wirtschaftlich schwächeren Regionen dazu genutzt, Arbeitsplätze zu schaffen oder die Infrastruktur zu verbessern.
  3. Öffentliche Beteiligungsgesellschaften
    Diese Art der öffentlichen Förderung wird mit Hilfe von öffentlich finanzierten Beteiligungsgesellschaften durchgeführt. Die Beteiligungsgesellschaften sind mit öffentlichen Mittel ausgestattet und kaufen damit Anteile an privaten Unternehmen. Meist geschieht dies in Form einer stillen Minderheitsbeteiligung.

Natürlich bringen diese Möglichkeiten der öffentlichen Förderung auch einiges an bürokratischen Hürden mit sich. Wie das in Deutschland so ist, sind korrekt ausgefüllte Formulare und Anträge das A und O einer erfolgreichen Unternehmung. Oft müssen einige andere staatliche Stellen wie das Finanzamt oder das Gewerbeaufsichtsamt besucht werden, um Dokumente einzuholen, ohne die eine erfolgreiche Beantragung nicht möglich ist. Der Aufwand kann dabei enorm werden, daher muss hier sorgfältig abgewogen werden, ob es sich lohnt für eine eventuell geringe Förderung die Mühe auf sich zu nehmen.

Die beste Lösung für meine Gründung

Die Internetrecherche brachte mich dann auf den richtigen Weg. Und der begann, so komisch es auch klingen mag, mit einem erneuten Termin bei meiner Bankberaterin. Diesmal sprach ich sie aber direkt auf mögliche Gründerförderungen durch öffentliche Stellen an. Es zeigte sich, dass die Dame durchaus wusste, worum es geht, aber sie hatte nicht den unbedingten Willen, das Prozedere mit mir durchzugehen. Mir scheint, als würden für solche Fördermaßnahmen keine großen Boni an die Bankangestellten gezahlt werden. Für mich ist aber so die beste Lösung entstanden. Die Bank konnte mit ihren Erfahrungen um Antragsprozesse einiges für mich erleichtern und schlussendlich bekam ich einen Mix aus zinsgünstigem Kredit und Investitionszuschüssen um meine Gründung – ein Jahr nach Beginn der Recherchen über die Anschubfinanzierung – erfolgreich vorzunehmen.

 

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