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Factoring als Finanzierungsbaustein für Gründer

Selbst in Zeiten einer Nullzinspolitik der EZB haben es Gründer von Unternehmen nicht unbedingt leicht. Mit Basel III, der Reform des Basler Ausschusses für die bestehende Bankenregulierung nach Basel II, welche im europäischen Raum im Jahr 2014 in Kraft traten, erschwert sich für Gründer die Aufnahme von Krediten, um Investitionen zu tätigen. Im Besonderen bei notwendigem Risikokapital sind den Banken ohne entsprechende Sicherheiten des Kreditnehmers weitgehend die Hände gebunden.

Eigenkapital und Kredite – Die ersten beiden Finanzierungssäulen

Wer den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, sollte gut darauf vorbereitet sein und im Business-Plan die Finanzierung des Unternehmens genau darlegen. Das hilft nicht nur bei der Vorsprache bei Banken, sondern dient ebenso als persönlicher Leitfaden. Die mit Abstand beste Geldquelle zur Gründung ist natürlich angespartes Kapital, welches gerade heute in den verschiedenen klassischen Anlageformen kaum noch Zinsen abwirft und darum als Investition in Geräte oder Maschinen mehr Gewinn verspricht. Zumal der oder die Gründerin mit eigener Tatkraft die Zinsentwicklung dieser Investitionen steuern kann. Meistens geht es aber trotzdem nicht ohne zusätzliche Kredite, denn ein grundlegender Fehler vieler Jungunternehmer ist die mangelnde Kapitalausstattung in der Anfangszeit. Sehr oft werden die Kosten unterschätzt, die auf Business-Anfänger zukommen. Da nützt leider auch ein genau ausgetüftelter Existenz-Gründungsplan nicht viel. Unwägbarkeiten wie plötzlich steigende Kosten im Einkauf, die nicht vorauszusehen waren, oder der Wegfall einer wichtigen Geschäftsbeziehung, untergraben nicht nur die Moral, sondern bringen ebenso eine zu dünne Kapitaldecke zum Einsturz.

Den Forderungsbestand zur Finanzierungsquelle machen

Zur klassischen Kreditfinanzierung bietet das Factoring eine interessante Ergänzung. Ein weiterer Vorteil der Forderungsfinanzierung durch Factoring ist dessen Flexibilität. Factoring ist den Umsätzen des Unternehmens angepasst und bietet somit genau das, was die Gründer einer Firma dringend erwarten: Erlöse aus dem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen.

Einerseits stellt die Lieferung von Waren oder Dienstleistungen auf Rechnung einen gern gesehenen Service dar, andererseits geht der Lieferant in Vorleistung und muss natürlich seine eigenen Lieferanten, die Banken und eventuell auch Mitarbeiter, bedienen und bezahlen. Wenn der Kunde dann das vorgegebene Zahlungsziel bis zum letzten Tag ausreizt oder sogar bis zur ersten Mahnung wartet, kann das für Gründer zur Belastungsprobe werden.
Offenen Rechnungen nachzulaufen gehört für einige Unternehmer zum Alltag und das dazugehörige Mahnwesen schluckt nicht nur Zeit, sondern durch die Mahnkosten auch Kapital.

Im Factoring wird bezüglich der Rechnungsstellung ein anderer Weg beschritten. Nach wie vor schreibt der Unternehmer eine Rechnung nach erbrachter Leistung und übersendet diese an den Kunden oder Auftraggeber. Gleichzeitig erhält der Factor eine Kopie der Rechnung und begleicht diese innerhalb weniger Tage zu 90 % des Rechnungsbetrages. Der Unternehmer erhält somit sehr schnell den größten Teil der ausstehenden Forderung und besitzt somit einen soliden Kapitalfluss, der es ihm erlaubt, sein Geschäft weiter zu betreiben, ohne auf den Zahlungseingang durch den Kunden warten zu müssen. Derartige Liquidität wirkt sich mehrstufig aus. Der Unternehmer ist in der Lage, seine eigenen Einkäufe schneller zu bezahlen und kann so beispielsweise eingeräumte Skonti nutzen. Pünktlich und regelmäßig eingehende Zahlungen verbessern zudem die Bonität der Firma, was wiederum auf die Kreditwürdigkeit Einfluss nimmt. Der Factor errechnet nach dem Zahlungseingang durch den Kunden seine Kosten und überweist dem Unternehmer den Restbetrag aus den zurückbehaltenen 10 %.

Gründer und Factor – Auf gute Zusammenarbeit

In der Art der Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und dem Factor bestehen verschiedene Formen, die sich vor allem auf die Außenwirkung beziehen. In der Regel übernimmt der Factor das Mahnwesen und das Forderungsmanagement des Unternehmens, mit welchem er kooperiert. Auch dies bewirkt eine administrative Entlastung von Jungunternehmern sowie eine Versachlichung des Mahnwesens, was eine Verbesserung der Kundenbeziehung zur Folge hat. Wie die einzelnen Arbeitsabläufe gehandhabt werden, ist immer eine Frage der jeweiligen vertraglichen Vereinbarung. Für den Unternehmer bedeutet es auf jeden Fall einen sicheren Schutz vor Forderungsausfällen zu besitzen, da das Ausfallrisiko auf den Factor übergeht.

Die Voraussetzungen für Factoring

Obwohl auch der Factor vor einem Vertragsabschluss eine Bonitätsprüfung des Unternehmens durchführt, unterscheidet sich diese zu der einer Bank. Während die Bank die Kreditwürdigkeit der Firma prüft, ist für den Factor grundsätzlich der mögliche Forderungsbestand von Bedeutung und hier wiederum die Bonität der Forderungsschuldner (Debitoren), denn letztlich ist deren tatsächliche Zahlungsfähigkeit für das erfolgreiche Factoring ausschlaggebend. In der Regel vereinbaren Unternehmer und Factor ein Finanzierungslimit, das sich aber an wachsende Umsätze anpassen lässt. Darüber hinaus sind für den Factor genauso wie für Banken der Businessplan und das Geschäftskonzept von Bedeutung.

Für Jungunternehmer ist die Zusammenarbeit mit einem Factoring-Anbieter eine solide Art der Finanzierung, wenn das Gesamtkonzept stimmig ist. Dabei profitieren gerade Gründer von der Erfahrung des Factoring-Unternehmens und vermeiden so unter Umständen, dass schwarze Schafe zu Kunden werden, die gerne nehmen, dafür aber nichts geben wollen.

 

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