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Ein Familienunternehmen – Was ist das?

Bild: @ geralt, pixabay

Obwohl das Erscheinungsbild der Familienunternehmen nicht einfach zu definieren ist werden primär solche Firmen als diese bezeichnet, die sich ganzheitlich oder teilweise in Familienbesitz befinden und/oder maßgeblich von Familienmitgliedern gelenkt und gesteuert werden.

Basierend auf dieser Definition ist der Anteil von Familienunternehmen an der gesamten globalen Weltwirtschaft mit 90% sehr hoch. Der Großteil davon betrifft Selbstständige und Kleinunternehmer mit relativ wenigen Mitarbeitern oder Angestellten.

International liegen die Geschicke weltmarktbeeinflussender Unternehmen auffallend oft in familiären Händen, in Nordamerika jedes dritte Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von mehr als einer Milliarde Euro, in Frankreich knapp 40%. Deutschland stellt mit einem Anteil von 90% besonders viele Familienunternehmen im Bereich der mittelgroßen Firmen.

Diese gelten als das hiesige Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft, wobei die Einflussnahme einer Familie das prägnante Unterscheidungsmerkmal zu anderen Unternehmensformen ist. Die deutschen Familienunternehmen haben sich dabei meist in speziellen Nischen auf bestimmte Produktgruppen spezialisiert, etwa Maschinenbau, Medizin-oder Elektrotechnik. Dies mitunter sogar als jetzige Weltmarktführer.

Familienunternehmen – anders und trotzdem modern

Früher noch als verstaubt und überholtes Auslaufmodell bezeichnet erleben die Familienunternehmen sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung und Wertschätzung ein modernes Comeback.

Nach der Banken-und Finanzkrise mit der ständigen Orientierung am “Shareholder-Value” stellen sich Familienunternehmen mittlerweile als eine interessante Alternative zum Unternehmens-Mainstream dar.

Besonderheiten, Potentiale und Herausforderungen

Familienunternehmen sind durch den Familieneinfluss gekennzeichnet, erschaffen sich eine betont auf Loyalität, Bindung und Vertrauen basierende Unternehmenskultur und agieren durch den persönlichen Hintergrund mitunter innovativer.

Sie betonen eine kontinuierliche Führungsstruktur und sind durch ein generationenvorausschauendes Denkmuster oft langfristiger orientiert. Das finanzielle Interesse liegt überwiegend nicht in kurzfristigem Profit und angestrebter Gewinnmaximierung, sondern eher in einer gesunden und langfristig stabilen Kapitalstruktur. Hemmend und negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken können sich dagegen interne Streiteren und Familienkonflikte.

Eine der größten Herausforderungen ist die Balance der privat-persönlichen Bedürfnisse der Familienmitglieder mit den erforderlichen unternehmensbezogenen Entscheidungen. Diesen Einklang herzustellen kann herausfordernd sein, sei es durch Geschwisterrivalitäten, Erbstreitigkeiten, überforderte Nachfolger, “eingeheiratete” Familienmitglieder oder familienfremde Akteure im Unternehmen und der Firmenstruktur.

Laut Spiegel Magazin sind die überwiegend starke Euro-Währung und eine bisher ausgeprägte Scheu vor Firmenübernahmen potentielle Negativfaktoren und langfristig hemmende Entwicklungen bei den Wachstumsbestrebungen führender deutscher Familienunternehmen. Durch den starken Euro können Mehreinnahmen in Fremdwährungen teils entwertet werden, vor allem für in Schwellenländern aktive Unternehmen ein negativer Trend.

Personalpolitik im Familienunternehmen

Erfolgreiche Familienunternehmen finden einen zeitgemäßen und modern orientierten Mittelweg zwischen Bindungsversprechen gegenüber der Belegschaft und notwendiger Personalflexibilisierung. Personalarbeit muß sich hier aktiv und besonders vorausschauend mit langfristigen Konzepten der lebenszyklusorientierten Mitarbeiterentwicklung auseinandersetzen.

Familienbedingte Abwesenheitszeiten, wie Elternzeit oder Pflegebedürftigkeit, erfordern kreative Lösungen und flexible Maßnahmen. Da hier das Personal als eine Art “erweiterte Familie” verstanden und dementsprechend behandelt wird, erhöht dies die Attraktivität und Mitarbeitermotivation für die Familienunternehmung. Ein Konzept, das die Bedürfnisse heutiger Arbeitnehmer nach Kooperation, Verläßlichkeit und Zugehörigkeit respektiert und erfüllt.

Ein Beispiel für ein historisch kultiviertes und faktisch unterlegtes Image einer familiären Firmenkultur ist das Unternehmen Wacker Chemie aus Bayern. Mit wachsendem Wohlstand wurde hier stets versucht, soziale Fortschritte und Verbesserungen entlang der Möglichkeiten frühzeitig anzupacken und eine stetige Optimierung der Arbeitsverhältnisse herbeizuführen. Diese Unternehmenskultur, beispielsweise freiwillige zusätzliche soziale Leistungen, blieb bei allen Umbrüchen eine verläßliche Konstante im Unternehmen.

Ebenso ist die Firma NBE Elektrische Maschinen und Geräte GmbH aus Halle/Saale als Familienunternehmung ein Vorzeigebetrieb im deutschen Maschinenbausektor. Als Innovationsunternehmen mit ausgezeichnetem Ruf entwickelte es sich in über 80 Jahren zu einem flexiblen und leistungsfähigen Elektromaschinenbaubetrieb. Eine kompetente Mitarbeiterführung des Personals in einem familiären Umfeld ist ein wichtiges Standbein der unternehmenseigenen Firmenkultur.

 

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