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Warum kann es für Unternehmensgründer schwierig sein, Fremdkapital zu erhalten?

Es kann ein Punkt im Leben eines Gründers kommen, an dem das Eigenkapital nicht mehr ausreicht, um Investitionen zu treffen. Für viele Gründer kommt dieser Zeitpunkt bereits ganz zu Beginn, was die Finanzierungsfrage noch erschwert. Denn bislang ist eine Idee da, eine Vorstellung, vielleicht auch schon einzelne kleine Anlagen – doch für viele Investoren und Geldgeber reicht das noch nicht aus. Wer nun einen Kredit von der Bank möchte, muss sich oft unangenehmen Fragen stellen und gute Gründe vorlegen, warum der Kredit gewährt werden sollte. Aber warum machen es die Kreditinstitute Existenzgründern so schwer? Wäre es nicht sinnvoll, Jungunternehmern weniger Hürden in den Weg zu stellen? Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal an.

Bild: © kalhh, (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 1: Start-ups punkten häufig mit innovativen Ideen - trotzdem ist es nicht immer einfach, eine geeignete Finanzierung zu finden.

Unternehmensgründung – unsichere Zukunft

Vergeben Banken einen Kredit, möchten sie natürlich an diesem verdienen. Dazu setzen sie Zinsen an, sodass sie am Ende mehr Geld zurückerhalten, als sie zu Beginn verliehen haben. Doch ist es schon bei Privatkrediten nicht immer gesagt, dass diese überhaupt zurückgezahlt werden. Während es sich bei privaten Krediten jedoch zumeist um kleinere Summen handelt und von dem geliehenen Geld Güter gekauft werden, die notfalls gepfändet werden können, sieht das bei einem neu gegründeten oder noch zu gründenden Unternehmen anders aus. Hier kommen ganz andere Risiken mit ins Spiel:

  • Einnahmen – der Kreditnehmer, also der Gründer, muss den Kredit monatlich in Raten zurückzahlen. Im Gegensatz zu Angestellten hat er jedoch nicht jeden Monat eine feste Summe zur Verfügung, sondern sieht sich gerade in den ersten Jahren seines Unternehmertums unsteten Einnahmen gegenüber. Das erschwert den Banken, eine ordentliche und realistische Planung auf die Beine zu stellen. Immerhin werden die Kreditraten oft anhand der monatlichen Geldeingänge berechnet.
  • Investitionen – je nachdem, wofür der Kredit aufgenommen wird, sehen Banken keinen Gegenwert. Benötigt der Unternehmer Gelder für Maschinen und Fahrzeuge, können die Banken damit etwas anfangen und notfalls die Maschinen pfänden. Wird das Geld jedoch nur für nicht stoffliche Investitionen genutzt, für Lizenzen oder für die Entwicklung, sehen viele Banken darin keinerlei Sicherheiten.
  • Alter – nicht selten sind Gründer sehr jung. Diesen sprechen viele Banken die Fähigkeit ab, überhaupt zu einem erfolgreichen Unternehmer zu werden.
  • Fehlender Plan – oftmals verzichten Unternehmer auf die Erstellung eines Businessplans oder schätzen ihr eigenes Unternehmen unrealistisch ein. Wer mit unsauberen Papieren oder mit einer utopischen Bewertung zur Bank kommt, erschwert sich die Chancen auf einen Kredit.

Generell müssen Jungunternehmer bei der Kreditaufnahme vorarbeiten. Die Unterlagen, die die Finanzierung des Kredits untermauern sollen, müssen sauber ausgearbeitet und in sich stimmig sein. Zudem sollten Unternehmer überlegen, welche Sicherheiten sie zur Verfügung stellen können. Auch die Geschäftsform des Unternehmens kann bei der Kreditvergabe eine Rolle spielen. Handelt es sich um eine GmbH, bei der einzig die Firma, nicht jedoch der Unternehmer für die Bank greifbar ist, da er nicht mit Privatvermögen haftet, ist es denkbar, dass der Kredit so gestaltet werden muss, dass sich letztendlich der Gründer allein verschuldet. Dies geschieht mitunter dadurch, dass er privat als Bürge für die Bank eintritt – und auf diesem Weg bei der Nichtbezahlung des Kredits als Privatperson haftbar gemacht werden kann.

Die Bonität

Schon bei den kleinsten Krediten ist die Bonität des Kunden nicht zu unterschätzen. Sie wird stets überprüft, wenn auch Banken bei Kleinsummen durchaus mal ein Auge zudrücken. Das verändert sich, wenn die Kreditsumme deutlich höher ist. Gründer benötigen in der Regel jedoch Beträge im mindestens fünfstelligen Bereich, wenn sie ihr Unternehmen aufbauen oder erweitern müssen. Nun ist die Bonität natürlich ein wichtiger Faktor. Und wieder steht der Gründer als Privatperson im Mittelpunkt. Aber wie erfährt die Bank, ob der Jungunternehmer kreditwürdig ist? Ein Überblick:

  • Schufa – jede Bank arbeitet mit der Schufa zusammen und holt eine Bonitätsauskunft ein, die auf die Vergabe von Krediten zurechtgeschnitten ist.
  • Score – die Schufa übermittelt den Banken einen Score, also einen Punktwert, der darüber Auskunft gibt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kredit zurückgezahlt werden kann. Jungunternehmer sollten unbedingt vor dem Bankgespräch eine Eigenauskunft bei der Schufa einholen und prüfen, ob eventuell noch ältere Einträge vorhanden sind, die gelöscht werden können. Gerade durch die Löschung negativer Einträge verbessert sich der Score. Weitere Tipps gibt es hier.
  • Einnahmen – unabhängig von der Bonitätsauskunft muss der Unternehmer seine Einnahmen offenlegen. Immerhin zahlt er mit diesen die Raten des Kredits. Wirft das Unternehmen noch keine regelmäßigen Gewinne ab, muss der Unternehmer auf anderem Wege nachweisen, dass er monatlich dazu in der Lage ist, die Kosten zu bezahlen.
  • Ausgaben – viele Banken möchten zudem wissen, welche Kosten der Unternehmer sonst monatlich zu tragen hat. Sind bereits andere Kredite vorhanden? Zahlt er eventuell einen Hauskredit ab? In diesem Fall ist es denkbar, dass für den Gründungskredit eine Bürgschaft auf das Haus ausgestellt wird.

Was können Jungunternehmer tun?

Wenn es für junge Unternehmer auch schwer ist, Fremdkapital zu erhalten, so ist es nicht unmöglich. Haben sie eine feste Idee, einen Businessplan und gute Vorstellungen davon, was sie erreichen möchten, bieten sich die verschiedenen Förderprogramme für Gründer an:

  • KfW-Kredit – dieser wird zwar über die Hausbank beantragt und geprüft, bietet jedoch verbesserte Konditionen, da er gefördert wird. “Die KfW übernimmt bei Gründern”:https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Gründen-Erweitern/ mitunter einen Teil der Haftung, hat längere Laufzeiten und einen niedrigen Zinssatz.
  • Länderkredite – auch die einzelnen Bundesländer greifen Gründern finanziell mit Förderkrediten unter die Arme. Auch diese werden über die Hausbank beantragt.
  • Gründerzuschuss – eine weitere Möglichkeit ist es, einen Gründerzuschuss vom Staat zu erhalten. Der Zuschuss wird von den Arbeitsagenturen geprüft und letztendlich ausgezahlt. Allerdings ist die Summe hier auf 18.000 Euro beschränkt.

Bild: © @ vanmarciano (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: Für eine Finanzierung bedarf es bei Jungunternehmern einer großen Vorbereitung.

Fazit

Junge Unternehmer stehen gewiss nicht alleine da, wenn es um die Gründung und Finanzierung ihres Betriebs geht. Dennoch müssen sie gute Vorarbeit leisten und Geldgebern triftige Gründe vorlegen, um einen Kredit zu erhalten. Wie hoch die Hürden sind, hängt natürlich immer vom Unternehmer, der Bonität, der Kredithöhe und auch von den geplanten Investitionen ab. Trotzdem ist es nicht unmöglich, den Traum von einer eigenen Firma zu verwirklichen.

 

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