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So finden Einzelunternehmer und Freiberufler ein passendes Geschäftskonto

Sie haben sich kürzlich selbstständig gemacht oder stehen kurz vor der Gründung? Hier finden Sie Antworten auf Fragen rund um das Geschäftskonto. Lesen Sie auf dieser Seite, ob und warum ein Firmenkonto notwendig ist, was die Unterschiede zu einem Privat-Girokonto sind und wie Sie das richtige Konto für Ihre Unternehmung finden.

Bild: © St.Op. - Fotolia.com

Wozu brauche ich ein Geschäftskonto?

Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, die das Einrichten eines Geschäftskontos verlangt. Nur wenn Sie eine Kapitalgesellschaft wie UG, GmbH, AG o.ä. gründen wollen, ist ein auf den Namen der Gesellschaft geführtes Geschäftskonto erforderlich.

Als Einzelunternehmer oder Freiberufler können Sie grundsätzlich auch Ihr privates Girokonto für die Abwicklung der geschäftlichen Transaktionen nutzen. Lastschrifteinzüge sind mit einem geschäftlich geführten Privatkonto jedoch nicht möglich und Ihre Bank kann jederzeit die Umstellung auf ein Geschäftsgirokonto fordern. Fragen Sie besser vorher bei Ihrer Bank nach, ob etwas gegen die geschäftliche Nutzung ihres Girokontos spricht.

Aus vielerlei Gründen ist aber dennoch sinnvoll, das Private vom Geschäftlichen zu trennen und ein separates Konto, bestenfalls ein richtiges Geschäftskonto, zu eröffnen:

  1. Sie haben einen besseren Überblick über Ihre Finanzen und sehen direkt am Kontosaldo wie sich Ihre Einnahmen und Ausgaben entwickeln und was die Kostentreiber sind.
  2. Sie geben dem Finanzamt nicht unnötig viele Daten preis. Das Finanzamt würde Ihr Privatkonto, bei gleichzeitiger, geschäftlicher Nutzung, als Geschäftskonto einstufen und hätte damit Zugriff und Einblick auf alle Buchungen und Transaktionen die Sie als Privatperson tätigen.
  3. Einige Banken schließen in ihren AGB`s die Nutzung von Privatkonten für gewerbliche Zwecke aus. Gerade bei vielen Transaktionen laufen Sie Gefahr, früher oder später sowieso ein gesondertes Geschäftskonto einrichten zu müssen. Und das ist mit erheblichem Zeitaufwand verbunden, da Sie allen Geschäftspartnern Ihre neue Kontoverbindung mitteilen müssen und gezwungen sind Änderungen an Ihren Dokumenten, wie zum Beispiel Rechnungen oder Visitenkarten, vorzunehmen.

Was ist der Unterschied zu einem privaten Girokonto?

Es gibt keine grundsätzlichen Funktionsunterschiede zwischen Privat- und Geschäftsgirokonten. Überweisungen und sonstige Zahlungsaufträge werden in gleicher Geschwindigkeit innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes ausgeführt. Auch der Giro- oder Kreditkarteneinsatz ist auf gleiche Weise geregelt.

Bild: © Marco2811 - Fotolia.com

Kontoführungsgebühren und höhere Kosten für Buchungen
Obwohl die Grundfunktionen gleich sind, verlangen viele Banken hohe Kontoführungsgebühren bei Geschäftskonten. Oftmals sind Buchungen, wie Überweisungen und Daueraufträge, egal ob beleglos oder beleghaft, kostenpflichtig und Kontokarten kosten extra.

In der Regel steht mit einer monatlichen Grundgebühr bei Firmenkonten ein größeres Leistungspaket zur Verfügung. Kosten für Buchungen oder Kontokarten sind etwas günstiger oder werden nicht extra berechnet. Banken mit Geschäftskonten ohne Grundgebühr berechnen hingegen häufig höhere Kosten für die Ausführung einzelner Buchungen. Auch die Jahresbeiträge für Giro- oder Kreditkarten sind meist etwas teurer.

Lastschrifteneinzug nur bei Firmenkonten möglich
Im Gegensatz zu einem Privat-Girokonto bietet das Geschäftsgirokonto häufig die Möglichkeit, Lastschriften einzuziehen. Wenn dieser Service für Sie wichtig ist, fragen Sie unbedingt bei der Bank explizit nach, ob dieser Dienst auch angeboten wird. Bei kostenlosen Geschäftskonten ist das Lastschrifteinzugsverfahren in der Regel nicht möglich.

Welches Geschäftskonto passt zu mir?

Schritt 1: Finden Sie heraus, was Ihnen wichtig ist

Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei:

  • Welche Einnahmen und Ausgaben in welcher Höhe habe ich im Monat? Je mehr regelmäßig eingeht, desto größer ist die Kontoauswahl bei Konten ohne Grundgebühr.
  • Mit wie vielen Buchungen (Ein- und Ausgänge) rechne ich monatlich? Je mehr Buchungen, desto größer ist die monatliche Belastung.
  • Habe ich beleghafte Buchungen, z.B. Schecks, Bareinzahlungen oder Überweisungen per Beleg? Dann kommt eine klassische Direktbank nicht infrage.
  • Ist mir der persönliche Kontakt am Schalter in einer Filiale wichtig oder reicht ein Online-Konto bei einer Direktbank?
  • Will ich meine Kontoauszüge persönlich am Kontoauszugsdrucker abholen oder genügt mir die regelmäßige Zustellung per Briefpost?
  • Benötige ich außer einer Girocard auch eine Kreditkarte für z.B. Auslandsreisen oder internationale Zahlungen im Internet? Kreditkarten bieten fast alle Banken.
  • Muss ich häufig Geld an Automaten abheben? Wenn ja, welcher Geldautomatenverbund ist für mich ideal? Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben das größte Geldautomaten-Netz.
  • Werde ich mein Geschäftskonto überziehen und brauche deshalb einen günstigen Kontokorrentkredit? Einen Überziehungsrahmen gibt es nur bei regelmäßigen Einkünften.

Schritt 2: Vergleichen Sie die Konditionen

Hierfür eignen sich Vergleichswebseiten im Internet. Eine Übersicht mit Angeboten von Filial- und Direktbanken, sowie einigen Öko- und Umweltbanken finden Sie im Geschäftskonto-Vergleich auf kontofinder.de. Neben dieser Seite gibt es viele weitere Webseiten zum Thema Firmenkonto. Nutzen Sie die Google-Suche und spezifizieren Sie ihre Anfrage.

Tipp: Schauen Sie auch auf den Webseiten Ihrer lokalen Sparkasse, Volksbank oder Raiffeisenbank nach und fragen Sie dort per Telefon nach einem günstigen Geschäftskonto. Die Gebühren unterscheiden sich je nach Bundesland und Stadt teilweise erheblich.

Sie sollten auch bei Ihrer bisherigen Hausbank anfragen. Oftmals lässt das Geldinstitut mit sich verhandeln, wenn das Privatkonto auch dort geführt wird oder Sie bereits andere Bankprodukte nutzen.

Achten Sie nicht nur auf den monatlichen Grundpreis, sondern vor allem auch auf die Preise für Buchungen. Oftmals ist es günstiger einen monatlichen Grundpreis zu zahlen. Rechnen Sie Ihre erwarteten Buchungen zusammen und schauen Sie, ob ein Konto mit monatlicher Grundgebühr inklusive Buchungen nicht preiswerter ist. Hypovereinsbank, Deutsche Bank und Commerzbank bieten verschiedene Geschäftskonto-Modelle mit Grundgebühren und Inklusivpaketen.

Zusammenfassung

Sie brauchen kein separates Konto für Ihre geschäftliche Tätigkeit als Einzelunternehmer oder Freiberufler. Ein extra Konto macht aber durchaus Sinn, weil Sie so ihre Einnahmen und Ausgaben besser überblicken und bei der jährlichen Steuererklärung nicht alle Vorgänge auf ihrem privaten Girokonto offenlegen müssen.

Welches Geschäftskonto am Besten für Sie geeignet ist richtet sich nach der Anzahl der monatlichen Buchungen, nach Höhe Ihrer Geldeingänge und ob Sie die Services einer Filialbank wie Bareinzahlungen oder Scheckeinreichungen benötigen. Schreiben Sie auf, was Sie wirklich brauchen und worauf Sie verzichten können.

Nehmen Sie sich in jedem Fall eine halbe Stunde Zeit, die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen. So können Sie teilweise über Hundert Euro jährlich sparen und müssen nicht später noch einmal Ihr Konto wechseln, alle Geschäftspapiere ändern und Ihre Geschäftspartner informieren.

 

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