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Unternehmensfinanzierung – Optionen zur Kapitalbeschaffung

Bild: © edar, pixabay

Eigentlich sind die Voraussetzungen für Gründer, sich Kapital zur Unternehmensfinanzierung zu beschaffen, derzeit so gut wie nie: Seit Jahren verfolgt die EZB eine Niedrigzinspolitik, um die Kosten für Kredite zu senken und damit ein investitionsfreudiges Klima zu schaffen. Das funktioniert allerdings bestenfalls mäßig gut. Wir schauen uns an, warum das so ist und welche Alternativen sich für Unternehmensgründer anbieten.

Kein Kreditboom trotz Niedrigzins

Seit geraumer Zeit liegt der Leitzins, also derjenige Zinssatz, zu dem sich Kreditinstitute Geld bei der Europäischen Zentralbank beschaffen können, bei 0 %. Die Höhe des Leitzinses beeinflusst die Zinssätze für die Unternehmens- und Verbraucherkredite, die die Banken ihren Kunden anbieten: Je niedriger der Leitzins, desto niedriger die Kreditzinsen. Um den Geldhäusern noch einen weiteren Anreiz dafür zu bieten, Kredite zu vergeben, bekommen Banken, die überschüssige Liquidität bei der Zentralbank anlegen wollen, dafür auch seit einiger Zeit keine Zinsen mehr. Stattdessen verlangt die EZB eine Art Aufbewahrungsgebühr in Form von Strafzinsen.

Man sollte annehmen, dass es die Kreditinstitute aufgrund dieser Voraussetzungen vorziehen, lieber durch die Vergabe von Krediten Profite zu erzielen anstatt für ungenutztes Kapital Verluste zu erwirtschaften. Allein, das Kalkül der EZB geht nicht auf: Die Banken entscheiden sich lieber dazu, den derzeitigen Strafzinssatz von 0,4 % zu zahlen – 2016 summierten sich diese Zinszahlungen an die EZB europaweit auf über 1 Milliarde Euro. Um den Verlust wieder wettzumachen, wälzen immer mehr Geldhäuser den Strafzins auf ihre (Firmen)Kunden ab, indem sie diese für Einlagen zur Kasse bitten. Alternativ parken die Banken das Geld nicht in der EZB, sondern lagern ganz klassisch riesige Bargeldbestände im Tresor.

Alternativen sind keine Mangelware

Die Niedrigzinsphase macht es für Unternehmer also zwar theoretisch preiswerter, aber nicht zwingend einfacher, sich frisches Kapital zu beschaffen. Glücklicherweise sind Gründer heutzutage dafür nicht mehr auf Bankkredite angewiesen. Schließlich haben es Unternehmen in der Gründungsphase ohnehin oft schwer, sich Kapital von Banken zu besorgen, selbst wenn ein guter Businessplan vorliegt.

Auch deshalb stellen die verschiedenen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau verfügbaren Förderprogramme eine wichtige Kapitalquelle für junge Unternehmen dar: Für Unternehmen in der Gründungsphase sind zum Beispiel verschieden Varianten des KfW-Gründungskredits sowie Gelder aus dem vom Bund verwalteten ERP-Sondervermögen gedacht. Für etablierte Unternehmen, die seit mindestens 5 Jahren bestehen, dient der KfW-Unternehmerkredit (Plus). In diesem Artikel haben wir weiterführende Informationen zu diesen Finanzierungsinstrumenten gesammelt.

Trotz dieser Möglichkeiten zur staatlichen Förderung lässt sich mit diesen Mitteln nicht die gesamte Unternehmensfinanzierung stemmen, auch da die einzelnen Förderprogramme teils sehr genau vorschreiben, wofür die bereitgestellten Mittel eingesetzt werden dürfen.

Für alle Gründer, die nach einer Alternative zum klassischen Bankkredit suchen, bieten Fintechs den passenden Lösungsansatz. Dieser Begriff beschreibt Anbieter, die mithilfe moderner Technologien neuartige Finanzdienstleistungen anbieten. Die Bandbreite reicht dabei von Plattformen für die Abwicklung von Zahlungsverkehr wie PayPal über Robo-Advisor für die Geldanlage in Wertpapieren bis zu Crowdlending-Plattformen wie Funding Circle, die Unternehmen und private Investoren zusammenbringen.

Crowdlending funktioniert im Kern so: Kreditsuchende Unternehmer stellen auf der jeweiligen Plattform potenziellen Anlegern ihr zu finanzierendes Projekt vor. Das kann zum Beispiel ein Betriebsmittelkredit sein, das Vorhaben, neue Maschinen anzuschaffen oder Geschäftsräume anzumieten. Die Vermittlungsplattform ermittelt im Vorfeld anhand einer Risikoanalyse den zu zahlenden Zinssatz. Finden sich innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens genügend Investoren, kann der Kredit aufgenommen werden. Unternehmer und Investoren profitieren gleichermaßen: Erstere bekommen frisches Kapital, letztere können ihr Geld zu einem besseren Zinssatz anlegen, als sie ihn derzeit am Kapitalmarkt geboten bekommen.

 

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