Wer ein Unternehmen gründet, beschäftigt sich meist zuerst mit der Geschäftsidee, der Finanzierung, dem Namen und den ersten Kunden. Das Konto wirkt daneben fast wie eine Nebensache. Trotzdem lohnt es sich, früh hinzusehen. Ein aktueller Geschäftskonto-Vergleich von Capitalo zeigt, wie unterschiedlich Gebühren, Leistungen und Voraussetzungen ausfallen können. Dort finden Sie verschiedene Angebote und können prüfen, welches Kontomodell zu Ihrer Rechtsform und Ihrem Zahlungsverkehr passt.
Sobald die ersten Rechnungen bezahlt werden und Einnahmen eingehen, wird es schnell unübersichtlich, wenn private und geschäftliche Zahlungen auf demselben Konto landen. Der Wochenendeinkauf steht dann neben der Rechnung für das Webhosting, die Mietzahlung neben einer Überweisung des ersten Kunden. Technisch lässt sich das zwar auseinanderrechnen. Angenehm ist es nicht.
Mit einem Geschäftskonto bleiben Ihre betrieblichen Geldbewegungen gebündelt. Sie sehen auf einen Blick, welche Einnahmen tatsächlich zum Unternehmen gehören, welche regelmäßigen Kosten anfallen und wie viel finanzieller Spielraum vorhanden ist. Auch die Vorbereitung der Buchhaltung wird leichter. Kontoauszüge, Belege und Zahlungseingänge müssen nicht erst mühsam von privaten Ausgaben getrennt werden.
Für Freiberufler, Kleinunternehmer und viele Einzelunternehmer besteht grundsätzlich keine allgemeine gesetzliche Pflicht, ein Geschäftskonto zu führen. Trotzdem kann ein separates Konto sinnvoll sein. Es sorgt für eine klare Trennung der privaten und betrieblichen Finanzen. Außerdem sollten Sie prüfen, ob Ihre Bank die geschäftliche Nutzung eines privaten Girokontos überhaupt erlaubt.
Bei einer GmbH oder UG sieht die Lage anders aus. Bereits während der Gründung wird ein Konto benötigt (§ 7 GmbHG), auf das die Gesellschafter das Stammkapital einzahlen. Der Nachweis über die Einzahlung wird anschließend für die Anmeldung zum Handelsregister gebraucht. Das Konto muss der Gesellschaft zugeordnet sein und darf nicht einfach das private Girokonto eines Gesellschafters sein.
Ein Konto ohne monatliche Grundgebühr klingt zunächst verlockend. Entscheidend ist jedoch, was am Monatsende tatsächlich berechnet wird. Manche Anbieter verlangen Geld für einzelne Buchungen, Überweisungen, Bargeldeinzahlungen, zusätzliche Karten oder Abhebungen. Bei vielen Kontobewegungen kann ein vermeintlich kostenloses Konto deshalb teurer werden als ein Tarif mit einer festen Monatsgebühr.
Überlegen Sie vor dem Vergleich, wie Sie das Konto voraussichtlich nutzen werden. Erhalten Sie nur wenige Zahlungen im Monat oder betreiben Sie einen Onlineshop mit zahlreichen kleinen Buchungen? Müssen Sie regelmäßig Bargeld einzahlen? Brauchen Mitarbeitende eigene Karten? Arbeiten Sie mit Kunden oder Dienstleistern im Ausland?
Je genauer Sie Ihr Nutzungsprofil kennen, desto leichter erkennen Sie, welche Gebühren wirklich ins Gewicht fallen. Ein günstiger Tarif für einen freiberuflichen Texter muss beispielsweise nicht zu einem Einzelhandelsgeschäft passen, das täglich Bargeld einnimmt.
Ein modernes Geschäftskonto kann mehr leisten als Überweisungen und Lastschriften. Viele Anbieter stellen eine digitale Belegverwaltung, Unterkonten, automatische Steuerrücklagen oder Schnittstellen zu Buchhaltungsprogrammen bereit. Solche Funktionen sparen Zeit, wenn sie zu Ihrem Arbeitsablauf passen. Wer hingegen nur wenige Rechnungen schreibt und seine Buchhaltung bewusst einfach hält, benötigt möglicherweise kein umfangreiches Zusatzpaket.
Auch der Kundenservice verdient Aufmerksamkeit. Bei einer wichtigen Überweisung, einer gesperrten Karte oder einer Rückfrage zur Kontoeröffnung möchten Sie nicht tagelang auf eine Antwort warten. Prüfen Sie daher, ob der Anbieter telefonisch, per Chat oder nur per E-Mail erreichbar ist.
Für Gründerinnen und Gründer mit regelmäßigem Bargeldverkehr kann eine Filialbank sinnvoll sein. Wer fast ausschließlich digital arbeitet, kommt häufig mit einer Direkt- oder Neobank gut zurecht. Eine gute App ersetzt jedoch nicht in jeder Situation einen erreichbaren Ansprechpartner.
Banken müssen die Identität ihrer Kundinnen und Kunden prüfen. Abhängig von der Rechtsform werden außerdem Unterlagen wie Personalausweis, Gewerbeanmeldung, Gesellschaftsvertrag, Handelsregisterangaben oder Informationen über die wirtschaftlich Berechtigten verlangt. Wer diese Dokumente griffbereit hat, vermeidet unnötige Verzögerungen.
Eröffnen Sie das Konto möglichst, bevor die ersten größeren Zahlungen anstehen. Dann können Sie die Bankverbindung direkt auf Rechnungen, Verträgen und Ihrer geschäftlichen Korrespondenz verwenden. Nachträgliche Änderungen sind zwar möglich, verursachen aber zusätzliche Arbeit. Zudem kommt es leicht vor, dass Kunden noch Monate später auf eine inzwischen nicht mehr genutzte Bankverbindung überweisen.
Das günstigste Angebot zum Start muss nicht für immer die beste Wahl bleiben. Mit steigenden Umsätzen verändern sich häufig auch die Anforderungen. Vielleicht benötigen Sie später mehrere Karten, zusätzliche Zugriffsrechte, Fremdwährungskonten, einen Kontokorrentkredit oder eine engere Anbindung an Ihre Buchhaltung.
Achten Sie deshalb nicht nur auf den Einstiegspreis. Interessant ist ebenso, ob Sie problemlos in einen anderen Tarif wechseln und zusätzliche Leistungen hinzubuchen können. Auch ein späterer Kontowechsel (Kontowechselhilfe § 21 ZKG) sollte möglich sein, ohne den laufenden Betrieb unnötig zu belasten.
Ein gutes Geschäftskonto fällt im Alltag kaum auf. Zahlungen funktionieren, die Kosten bleiben nachvollziehbar und die Buchhaltung erhält verlässliche Daten. Es nimmt Ihnen keine unternehmerischen Entscheidungen ab. Es sorgt aber dafür, dass Ihre Finanzen nicht komplizierter werden, als sie ohnehin schon sind. Für eine Gründung ist das eine angenehm nüchterne, aber ausgesprochen hilfreiche Grundlage.

Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen Businessplan-Tools und Handbücher vor, die wir für Sie im Web – ohne Gewähr – recherchiert haben. Damit Sie gut informiert in Ihre Gründung starten können!
Übersicht über unsere drei Businessplan-Tools
(eines davon kostenlos zum Download)
Hinter Gründerblatt selbst steckt ein praxis- erprobtes Netzwerk an Berater/innen, die Sie gerne auch persönlich bei Ihrer Gründung begleiten. Diese Dienstleistung ist kostenpflichtig, kann aber unter bestimmten Konditionen im Rahmen von geförderten Beratungen bis zu 80 % bezuschusst werden.
Mehr zu unserem Beratungsangebot:
Übrigens: Über die „Förderung unternehmerischen Know-hows“ des BAFA können Sie sich auch eine professionelle Unterstützung und Beratung unmittelbar nach Ihrer Gründung fördern lassen – so umschiffen Sie die ersten Hürden, die oft zu Beginn einer Selbständigkeit auftreten!
Viel Erfolg mit Ihrer Existenzgründung!