Immer mehr Menschen wagen den Schritt in die Selbstständigkeit − und viele von ihnen sind Eltern. Der wachsende Wunsch nach zeitlicher Flexibilität, inhaltlicher Selbstbestimmung und einem familienfreundlichen Arbeitsalltag gilt als größter Ansporn dafür, ein eigenes Business zu verwirklichen.
Laut dem KfW-Gründungsmonitor 2023 sind rund 44 Prozent der Gründer*innen weiblich – viele von ihnen tragen Familienverantwortung. Auch Väter gründen zunehmend mit Blick auf die Vereinbarkeit von Business und Kindererziehung.
Die Herausforderung liegt bei diesem Thema also nicht im Wollen. Es geht um die praktische Umsetzung.
Wer mit Kind gründet, braucht vor allem eines: eine durchdachte Planung. Arbeitszeiten, Kinderbetreuung und finanzielle Rahmenbedingungen müssen smart aufeinander abgestimmt werden.
Gerade in der Anfangsphase lässt sich der Arbeitsalltag in der Regel nur mit Unterstützung bewältigen. Für diese sorgen neben dem privaten Netzwerk auch verlässliche externe Betreuungslösungen. Das bedeutet gleichzeitig, dass die Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtungen, die vorgesehenen Eingewöhnungsphasen und die Nähe zum Wohnort den zukünftigen Tagesablauf maßgeblich beeinflussen.
Eine wichtige Orientierungshilfe bieten in dieser Phase digitale Portale, welche die verfügbaren Betreuungsangebote übersichtlich auflisten. In vielen Städten und Bundesländern existieren dafür offizielle Kita-Navigatoren oder Online-Finder. Wird dort nach aktuellen KiTas Adressen recherchiert, lassen sich neben den Kontaktdaten oft auch direkt weiterführende Informationen zu Öffnungszeiten, pädagogischem Konzept und verfügbaren Plätzen finden.
Die Versorgungslage mit Betreuungsplätzen unterscheidet sich regional deutlich. Laut dem Statistischen Bundesamt lag die Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren im Jahr 2023 in den westlichen Bundesländern bei circa 35 Prozent, in den östlichen dagegen bei fast 60 Prozent.
In Bundesländern wie Brandenburg oder Thüringen ist die Versorgung umfassend ausgebaut, während die Eltern in Bayern oder Nordrhein-Westfalen häufig mit langen Wartelisten rechnen müssen. Für Gründer*innen lohnt sich daher ein frühzeitiger Abgleich zwischen ihrem gewünschten Unternehmensstandort und der lokalen Betreuungssituation.
Auch die Kosten für die Betreuung variieren stark. In Berlin herrscht beispielsweise eine vollständige Beitragsfreiheit. Die Kita-Gebühren in anderen Bundesländern richten sich dagegen nach Einkommen, Betreuungsdauer und der Anzahl der Kinder.
Besonders für Selbstständige mit schwankendem Einkommen empfiehlt sich daher diesbezüglich eine Beratung beim Jugendamt, um eventuelle Fördermöglichkeiten zu prüfen.
Elterngeld steht auch Selbstständigen zu. Entscheidend für die Bewilligung ist der Gewinn im Bemessungszeitraum vor der Geburt. Eltern, die als Einzelunternehmer*in oder Freiberufler*in tätig sind, sollten ihre Einnahmen und Ausgaben daher sorgfältig dokumentieren. Auch während des Elterngeldbezugs kann weiter gearbeitet werden. Die Einnahmen werden dann anteilig angerechnet.
Wird eine selbstständige Tätigkeit aus der Arbeitslosigkeit heraus gestartet, besteht unter bestimmten Voraussetzungen außerdem Anspruch auf den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit. Dieser umfasst neben einer sechsmonatigen Pauschale einen ergänzenden Zuschuss zur sozialen Absicherung.
Zusätzlich bieten Programme wie der ERP-Gründerkredit der KfW Bank finanzielle Starthilfe mit tilgungsfreien Anlaufjahren. Eine Beratung bei der Industrie- und Handelskammer, den Handwerkskammern oder kommunalen Gründungszentren sorgt für Klarheit hinsichtlich der individuell passenden Förderangebote.
Eine Gründung mit Kind verlangt ein stabiles Umfeld. Neben der finanziellen Sicherheit ist das soziale Netzwerk daher eine entscheidende Stütze.
Lokale Elterngruppen, familienfreundliche Coworking-Spaces und themenspezifische Plattformen wie „Mompreneurs“ ermöglichen sowohl einen wertvollen Austausch als auch gegenseitige Unterstützung. In Städten wie Köln, Berlin oder Leipzig gibt es inzwischen sogar Arbeitsräume mit integrierter Kinderbetreuung, die perfekt auf die Bedürfnisse selbstständiger Eltern abgestimmt sind.
Auch einige digitale Tools helfen im Alltag: Zeiterfassung, Projektplanung und Kundenkommunikation lassen sich heute flexibel organisieren. Das Wichtigste ist jedoch, die eigenen Kapazitäten realistisch einzuschätzen und bei Bedarf Unterstützungsangebote anzunehmen.
Eine Selbstständigkeit mit Kind ist möglich − sofern die Rahmenbedingungen stimmen.
Eltern, die frühzeitig in die Planung gehen, die verfügbaren Ressourcen geschickt für sich nutzen und sich außerdem lokal vernetzen, schaffen gute Voraussetzungen für einen Arbeitsalltag, der sowohl die berufliche Entwicklung als auch ein erfülltes Familienleben ermöglicht.

Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen Businessplan-Tools und Handbücher vor, die wir für Sie im Web – ohne Gewähr – recherchiert haben. Damit Sie gut informiert in Ihre Gründung starten können!
Übersicht über unsere drei Businessplan-Tools
(eines davon kostenlos zum Download)
Hinter Gründerblatt selbst steckt ein praxis- erprobtes Netzwerk an Berater/innen, die Sie gerne auch persönlich bei Ihrer Gründung begleiten. Diese Dienstleistung ist kostenpflichtig, kann aber unter bestimmten Konditionen im Rahmen von geförderten Beratungen bis zu 80 % bezuschusst werden.
Mehr zu unserem Beratungsangebot:
Übrigens: Über die „Förderung unternehmerischen Know-hows“ des BAFA können Sie sich auch eine professionelle Unterstützung und Beratung unmittelbar nach Ihrer Gründung fördern lassen – so umschiffen Sie die ersten Hürden, die oft zu Beginn einer Selbständigkeit auftreten!
Viel Erfolg mit Ihrer Existenzgründung!