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Das eigene Startup – wie viel kann man in den Anfangsjahren verdienen?

Bild: © stevepb, pixabay.com

Selbständigkeit mit dem eigenen Unternehmen ist für viele ein Lebenstraum – sowohl der eigene Chef/die eigene Chefin zu sein, als auch für das Voranbringen einer eigenen Idee zu arbeiten, anstatt sich als Arbeitnehmer’in zu verpflichten, ist die Motivation für zahllose Gründerinnen und Gründer in Deutschland.

Doch winkt als Unternehmensgründer’in auch der große Reichtum? Manager- und CEO-Gehälter werden häufig sehr hoch beziffert, doch in den ersten Zügen eines Unternehmens verhält sich dies noch anders.

Besonders das erste Jahr stellt in vielen Fällen eine große Hürde dar. Gründerblatt erklärt, wie viel Sie sich als Gründer’in in den ersten Geschäftsjahren ausrechnen können beziehungsweise sollten.

Wovon hängt das Gehalt für Gründer’innen ab?

Auch wenn Gründer’innen in vielen Fällen sehr idealistisch ansetzen, muss zumindest ihre Existenz gesichert werden. Damit nicht über längere Zeit von Ersparnissen gelebt werden muss – was ohnehin in den wenigsten Fällen überhaupt möglich ist – müssen sich die Unternehmer’innen ein ausreichendes Gehalt aus dem eigenen Business zahlen. Doch insbesondere im ersten Jahr kann dies problematisch sein. Ein Gehalt, das sich am Bundesdurchschnitt für Arbeitnehmer orientiert, ist in den meisten Fällen nicht realistisch.

Zu Beginn der Unternehmung ist die Liquidität häufig ein Problem. Einen Großteil der Unternehmensaktivitäten besteht aus Networking, Kundengewinnung, Produktentwicklung und gegebenenfalls Recruiting von geeigneten Fachkräften. So lange eine Marktposition und ein Kundenstamm fehlen, kommt oftmals nur wenig Geld rein. Damit das Startup dennoch zahlungsfähig bleibt, wird das Gründergehalt nicht selten entsprechend niedrig angesetzt.

Personengesellschaften vs. Kapitalgesellschaften

In dem Zusammenhang ist auch die Rechtsform des Unternehmens von Bedeutung: In einer Kapitalgesellschaft zählt auch der Gründer bzw. die Gründerin als Angestellte/r, und zahlt sich somit, wie allen anderen Mitarbeitern, ein festes monatliches Gehalt. Ist dies nicht der Fall, beispielsweise bei einem Einzelunternehmen, so entnimmt der Chef/die Chefin die Mittel für eigenen persönlichen Aufwendungen direkt aus dem Unternehmen und gibt sie als Ausgaben an. Dabei ist Vorsicht geboten – es empfiehlt sich, diesen Unternehmerlohn im Hinblick auf den Liquiditätsplan gründlich durchzusehen, damit der Überblick nicht verloren geht.

Das erste Jahr – wie hoch kann der Verdienst ausfallen?

In den meisten Fällen werden mindestens drei Jahre benötigt, um einen stabilen Cash-Flow aufzubauen. Damit Unternehmensgründer’innen, die nicht auf Ersparnisse zurückgreifen können, in Deutschland die ersten schwierigen Jahre gut überstehen können, helfen verschiedene Fördermittel bei der Existenzsicherung. Besonders der Gründungszuschuss bei einer Gründung aus der Arbeitslosigkeit ist hier für viele interessant.

Doch in jedem Fall muss der Gründer bzw. die Gründerin ein eigenes (zumindest fiktiv angesetztes) Gehalt aus dem Startup beziehen. Dieses ist recht individuell, da es von Faktoren wie Standort und Marktfortschritt des Unternehmens abhängig ist. Laut einer Studie des „Bundesverband Deutsche Startups e.V.“ konnten Gründer im Geschäftsjahr 2014 im Durchschnitt mit 2.159 Euro Brutto monatlich rechnen. In der ersten Phase der Gründung, vor dem aktiven Markteintritt, startet das Gehalt mit etwas über 1.650 Euro. Nachdem erste Kundinnen und Kunden bedient werden, wächst es langsam auf 2.177 Euro an.

Mit durchschnittlichen Zahlen in etwa diesem Bereich können Gründer innerhalb der ersten Jahre rechnen. Bemerkenswert: In der so genannten „Later-Stage“, also nach Etablierung als erfolgreicher Marktteilnehmer, steigt das Bruttoeinkommen sprunghaft auf durchschnittliche 6.550 Euro an. Diese Phase gilt es jedoch erst zu erreichen. Dank diesem Ziel vor Augen nehmen viele Gründer’innen gerne die Schwierigkeiten der ersten Zeit auf sich – entsprechend der BVDS-Erhebung von 2017 erzielten Gründer’innen deutlich höhere Werte bei Lebenszufriendenheit-Umfragen als Arbeitnehmer.

Achtung: Werden nach einiger Zeit vermehrt schwarze Zahlen geschrieben, so verlangt das Finanzamt häufig Steuernachzahlungen. Diese Möglichkeit muss in der langfristigen Planung dringend beachtet werden.

Fingerspitzengefühl ist gefragt – vorsichtig abwägen!

Bei der Kalkulation stehen viele Unternehmer vor der Schwierigkeit, ihr eigenes Gehalt optimal zu bestimmen. In vielen Fällen überwiegt der eigene Idealismus, und die Kalkulation fällt sehr niedrig aus, um weniger Kapital aus dem eigenen Unternehmen zu entnehmen. Für Träumer wirkt es attraktiv, sich zu Beginn lediglich das Existenzminimum zu sichern und dabei das liquide Potenzial des Startups so hoch wie möglich zu halten. Doch diese Vorgehensweise ist zumeist nicht empfehlenswert – mit etwas Fingerspitzengefühl sollten möglichst alle Aspekte beachtet werden.

  • Alle persönlichen Ausgaben beachten: Miete, Lebensmittel, Auto, laufende Kosten, Altersvorsorge etc. müssen sicher gedeckt sein.
  • Nicht zu wenig Gehalt kalkulieren: Man muss nicht auf großem Fuß leben, aber Mindestmaß an Flexibilität und Sorgenfreiheit, auch für Freizeitbeschäftigungen, ist enorm wichtig. Nur so ist die richtige Work-Life-Balance garantiert, was insbesondere für die arbeitsintensive Führung von Startups wichtig ist. Sonst kann im schlimmsten Fall ein Burnout drohen.
  • Die richtige Balance fürs Unternehmen: Auch für Investoren kann das Unternehmergehalt einen Einblick auf die Zukunftssicherheit geben. Wer sich zu viel oder im Vergleich zum Branchendurchschnitt deutlich zu wenig auszahlt, kann negativ auffallen.

Auf welche Schwierigkeiten muss man sich einstellen?

Rein wirtschaftlich bedingt fällt das Gehalt für Gründer’innen also im ersten Jahr vergleichsweise niedrig aus. Doch das erfolgreiche Aufbauen des eigenen Unternehmens wird mit überdurchschnittlichen Gehaltsaussichten und zusätzlich Anteilen belohnt – langfristig kann es also lohnenswert sein. In den ersten Phasen will also die richtige Balance zwischen Genügsamkeit und Ausgleich gefunden werden.

Als Unternehmer’in ist die Trennung von Privat- und Arbeitsleben schwieriger, wodurch eine Überstrapazierung im Job häufig negative Auswirkungen nach Feierabend mit sich bringen kann. Daher müssen individuelle Erfahrungswerte bezüglich der eigenen Ausdauer und Belastbarkeit in die Kalkulation mit einbezogen werden.

 

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