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Crowdlending für Unternehmer

Crowdlending für Unternehmer bedeutet die Finanzierung eines Unternehmens oder Projekts durch eine Gruppe von Personen (crowd = Menge oder “Schwarm”) als Kredit. Diese Finanzierungsvariante steht zwischen zwei anderen Finanzierungsoptionen bzw. ist mit diesen in gewisser Weise verwandt:

  • Beim Crowdfunding investieren mehrere Anleger in ein Unternehmen oder in unternehmerische Einzelprojekte mit dem Versprechen einer Gewinnbeteiligung. Wie hoch diese ausfällt, ist vorab kaum abzuschätzen. Zwischen Superprofit und Totalverlust ist alles möglich.
  • Beim P2P-Kredit (peer to peer = gleich zu gleich) gewähren mehrere Personen einer anderen Privatperson einen Kredit mit festen Zinsen. Das Verfahren hat sich über mehrere Onlineplattformen sehr gut etabliert. Die Zinsen stehen bei Aufnahme des Kredits fest, nachdem sie vorab frei ausgehandelt wurden.

Ablauf beim Crowdlending

Wie auch beim Crowdfunding und bei P2P-Krediten gibt es spezialisierte Agenturen mit entsprechenden Online-Plattformen, welche die Teilnehmer am Crowdlending zusammenführen. Crowdlending ist zwar ein vergleichsweise junger Trend, doch auf den seit etwa 2007 bestehenden deutschen P2P-Plattformen (smava, auxmoney und weiteren) wurde von Anfang an auch Crowdlending mehr oder weniger erfolgreich praktiziert. Wenn die dortigen Anleger Geld verleihen, kann der Kreditnehmer durchaus ein Unternehmer sein. Es macht dennoch Sinn, den P2P Privatkredit, Crowdfunding und Crowdlending etwas voneinander zu trennen, denn die Zielrichtungen und Risiken von Geldgebern und -empfängern unterscheiden sich in diesen Bereichen. Der Ablauf beim Crowdlending ist praktisch derselbe wie beim P2P-Kredit:

  • Der Unternehmer und Kreditinteressent stellt sich und sein Projekt der Community vor.
  • Er beziffert seinen Finanzbedarf.
  • Die Plattformbetreiber bewerten seine Bonität.
  • In einem meist 14-tägigen Auktionsverfahren passt der Kreditinteressent sein Zinsangebot so lange nach oben an, bis sich genügend Anleger für die gewünschte Kreditsumme gefunden haben.
  • Der Kreditinteressent kann den Vorgang jederzeit abbrechen und neu starten, wenn er feststellt, dass er gegenwärtig nicht die gewünschte Finanzierungssumme zu einem angemessenen Zinssatz erhält.
  • Wenn es zur Finanzierung kommt, organisieren die Plattformbetreiber in Zusammenarbeit mit einer Bank die Ausschüttung des Kredits und die Rückführung der Raten an die Geldgeber.

Vorteile von Crowdlending

Crowdlending hat gegenüber dem Crowdfunding den Vorteil der Planungssicherheit für Kreditnehmer und -geber. Diese wird allerdings für die Kreditgeber mit dem möglichen Nachteil des wegfallenden Superprofits erkauft. Beim Crowdfunding in Start-ups ist es durchaus möglich, Renditen von 50 – 300 % und darüber zu erzielen, wenn das Start-up auf einer innovativen Idee basiert, die sich tatsächlich durchsetzt. Gegenüber dem P2P Kredit hat Crowdlending den Vorteil, dass die Kreditgeber wissen, worauf sie sich einlassen. P2P Kredite sollen eigentlich Privatpersonen helfen, zum Beispiel ein Auto, Möbel oder eine Urlaubsreise zu finanzieren. Die Kreditgeber gehen davon aus, dass dieser private Kreditnehmer sein Darlehen in vernünftigen Raten und zu angemessenen Zinsen tilgen kann. Es handelt sich um eine Anschaffung, die im Bereich des Alltäglichen liegt und niemanden in die Zahlungsunfähigkeit treiben sollte. Der Kredit an einen Unternehmer hat grundsätzlich eine andere Dimension, er ist riskanter, was P2P Anleger oft nicht richtig einschätzen können. Es ist daher sinnvoll, Crowdlending für Unternehmer auf gesonderten Plattformen zu betreiben oder auf den herkömmlichen P2P Plattformen ausdrücklich zu kommunizieren.

Warum gibt es Crowdlending, Crowdfunding und P2P Darlehen?

Banken verleihen bekanntlich den Regenschirm am liebsten bei Sonnenschein. Das bedeutet: Wer wirklich einen Kredit braucht, gilt in viel zu vielen Fällen den Banken als nicht kreditwürdig genug. Das betrifft Privatleute und Unternehmer gleichermaßen. Letztere haben kaum eine Chance, sich von einer Bank eine ungewöhnliche Projekt- oder Unternehmensidee finanzieren zu lassen. Private Anleger sind risikofreudiger, hoffen auf eine hohe Rendite, die es am üblichen Anlagemarkt aktuell wegen der niedrigen Zinsen längst nicht mehr gibt, sie streuen außerdem ihr Risiko: Es investieren immer mehrere Personen in solche Projekte, die ihrerseits ihre Kapitalanlage auf mehrere Projekte verteilen. Das bewirkt eine sehr vernünftige Risikoverteilung, die den genannten Finanzierungsformen zusätzlichen Sinn verleiht.

 

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