Fördermittel für Gründerinnen und Gründer

Für Gründerinnen und Gründer gibt es eine Vielzahl interessanter Fördermittel, und dies sowohl vor wie auch nach der Gründung. Hierzu zählen sowohl geförderte Darlehen und Zuschüsse, aber auch geförderte Beratungen, die ebenfalls vor und nach der Gründung in Anspruch genommen werden können.

 

1. Geförderte Darlehen der Kfw

Benötigen Sie für Ihre Gründung oder in den ersten Jahren nach der Gründung eine Finanzierung, kommt oft ein gefördertes Darlehen der KfW zur Deckung des notwendigen Kapitalbedarfs in Frage. Auch die landeseigenen Förderbanken (z.B. NRW.Bank, L-Bank, NBank u.ä.) bieten meist spezielle Darlehen für Gründer und bestehende Unternehmen an. Die Beantragung erfolgt immer über Ihre Hausbank.

Hier finden Sie eine Auswahl der interessantesten geförderten Darlehen, die bundesweit angeboten werden:

  • KfW-Gründerkredit – Startgeld für Existenzgründer, Freiberufler und kleine Unternehmen in den ersten 3 Jahren nach der Gründung: finanziert werden Investitionen und/oder Betriebsmittel für die Gründung selbst oder für Festigungsmaßnahmen nach der Gründung. Das Finanzierungsvolumen beträgt max. 100 T€, davon max. 30 T€ für Betriebsmittel. Dieser geförderte Kredit ist außerdem mit einer 80%igen Haftungsfreistellung (für die Hausbank) ausgestattet, was die Kreditvergabe im Allgemeinen deutlich erleichtert, da die Hausbank hierdurch weniger Risiko bei einem eventuellen Kreditausfall zu tragen hat.
  • KfW-Gründerkredit – Universell Sollen große Investitionen getätigt oder ein Unternehmen bzw. eine Beteiligung an einem Unternehmen erworben werden, bietet sich dieser Kredit an. Das Finanzierungsvolumen darf hier max. 25 Mio. € betragen und kann in den ersten 5 Jahren nach der Gründung beantragt werden.
  • ERP-Kapital für Gründung: hier handelt es sich um Nachrangkapital für Existenzgründer, Freiberufler und KMU in den ersten 3 Jahren nach der Gründung. Das Finanzierungsvolumen beträgt max. 500 T€ für Investitionen, Betriebsmittel, Beratungsleistungen oder auch für eine Betriebsübernahme.
  • Sind Unternehmen länger als 5 Jahre am Markt, kann die Finanzierung z.B. über einen KfW-Unternehmerkredit erfolgen. Hierüber sind sogar große Investitionen bis zu einem Darlehensbetrag von 25 Mio. Euro finanzierbar.
  • Für Gründungen oder Investitionsbedarf besonders innovativer Unternehmen bietet die KfW ebenfalls geförderte Finanzierungen an, hierzu sei der KfW-Unternehmerkredit Plus genannt.

2. Zuschüsse für Gründer/innen

Unter bestimmten Bedingungen können Gründer/innen einen Zuschuss beantragen, der sie über einen bestimmten Zeitraum finanziell unterstützt. Zuschüsse sollen helfen, den Lebensunterhalt während der ersten Monate nach der Gründung abzudecken.

Zu den wichtigsten Zuschüssen zählt:

  • Gründungszuschuss für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit: Der Gründungszuschuss setzt sich aus dem individuellen Arbeitslosengeld I zzgl. einer Pauschale von 300€ zusammen, er wird für 6 Monate ausgezahlt. Am Ende dieser Periode kann – allerdings nur die Pauschale von 300€ – für weitere 9 Monate beantragt werden.
  • Einstiegsgeld für Gründer/innen, die Anspruch auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) haben: Das Einstiegsgeld errechnet sich aus dem individuellen Anspruch auf Arbeitslosengeld II zzgl. einem situationsabhängigen, individuellen Aufschlag von 50% bis max. 100% der Regelleistung. Einstiegsgeld wird meist über 12 Monate gewährt.

3. Nachgründungsberatungen

Über geförderte Nachgründungsberatungen werden Gründerinnen und Gründer in den ersten 2 Jahren nach der Gründung unterstützt. Mit einem erfahrenen Unternehmensberater können die gängigen Themen und Fragestellungen behandelt werden, die in den ersten Jahren nach der Gründung auftreten, von Marketing und Vertrieb bis zu Controlling und Fragen zur Sicherung von Liquidität und Rentabilität.

Folgende geförderte Beratungen werden bundesweit angeboten:

  • Gründercoaching der KfW: Gründerinnen und Gründer, die bereits gegründet haben, aber die nicht länger als 2 Jahre am Markt sind, können das Gründercoaching Deutschland beantragen. Über dieses Förderprogramm werden 50% der Beratungskosten übernommen, max. 2.000€ (in den neuen Bundesländern, ohne Berlin und Leipzig sogar 75%, also bis 3.000€).
  • Unternehmen, die länger als 1 Jahre am Markt sind, haben außerdem die Möglichkeit, eine Unternehmensberatung über das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördern zu lassen, hier werden 50% der Beratungskosten – max. 1.500€ – in den alten und 75% (ebenfalls max. 1.500€) in den neuen Bundesländern übernommen

4. Vorgründungsberatungen

Übrigens: Bereits vor Ihrer Gründung haben Sie die Möglichkeit, im Rahmen einer geförderten Beratung Ihre Gründung gezielt vorzubereiten und zu realisieren. Hier können alle wichtigen Inhalte, die für ihre Gründung von Bedeutung sind, behandelt werden. Dies kann die konkrete Umsetzung Ihrer Geschäftsidee sein, ebenso wie eine Unterstützung bei der Erstellung Ihres Businessplans, die Klärung der Finanzierung, die Beantwortung Ihrer Fragen zu Marketing und Vertrieb oder zu Rechtsformwahl und Standort.

Vor einigen Jahren wurde die Gründungsförderung neu geordnet, seither ist die Vorgründungsberatung Ländersache. Daher finden sich in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Programme zur Vorgründungsberatung, teilweise erfolgen Gründungsberatungen allerdings nur noch über die Kammern (IHK oder HWK) oder einzelne Anbieter.

Hier eine Auswahl an länderspezifischen Beratungen:

  • Nordrhein-Westfalen: Beratungsprogramm Wirtschaft: hier werden 50% des Beratungshonorars für bis zu 4 Beratertage erstattet,
  • Bayern: Vorgründungscoaching: bis zu 70% Förderung für max. 10 Tage
  • Baden-Württemberg: Beratungsgutscheine, 20-30% des Beraterhonorars für max. 10 Beratertage
  • Rheinland-Pfalz: Betriebsberatungen für Existenzgründer: bis zu 50% der Beraterkosten für max. 9 Beratertage

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Fördermittel für Gründer

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