Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie dem zu. Details ansehen

In 10 Schritten zur Selbstständigkeit



Um sich selbstständig zu machen, braucht es eine gründliche und durchdachte Vorbereitung. Auch bei kleinen Unternehmen oder Einzelunternehmen ist eine strukturierte Vorgehensweise sehr wichtig, wenn man sich selbstständig machen will. Es ist immer sinnvoll, einen Plan für die Vorgehensweise niederzuschreiben und die einzelnen Schritte auch zu dokumentieren. 

Von der Idee, sich selbstständig zu machen, über die gute Geschäftsidee, die rechtliche Gründung des Unternehmens, bis hin zum ersten Auftrag können Monate vergehen. 

Deshalb ist es wichtig, immer genau den Stand der Entwicklung von der Gründungsidee an im Blick zu haben, damit man sich nicht verzettelt. So unterschiedlich die Geschäftsfelder der Gründer auch sein können, wenn man sich selbstständig macht – vom Kosmetikstudio über den eigenen Onlineshop bis hin zur It- Dienstleistung – grundsätzlich lässt sich ein Unternehmesgründungsprozess in 10 Schritte unterteilen, wenn man sich als Gründer selbstständig machen möchte.



1. Schritt: Die richtige Geschäftsidee zur Existenzgründung

Die Idee ist immer der Anfang von allem, wenn man sich selbstständig machen möchte. Hier kommt es meist gar nicht darauf an, mit bahnbrechenden Innovationen neue Märkte zu erschließen, oft ist eine einfache Dienstleistung als Geschäftsidee durchaus erfolgreich, wenn man den Bedarf erkannt hat. Wichtig bei der Beurteilung einer Idee ist auf jeden Fall für den Gründer bzw. die Gründerin, dass er/sie realistisch geprüft hat, ob sich mit der Geschäftsidee auch Geld verdienen lässt.

Hierfür muss man eine Nachfrage nach Produkten oder Dienstleistungen realistisch einschätzen können, und die Konkurrenzsituation darf dabei nicht außer Acht gelassen werden. Viele wichtige Informationen findet man heute im Internet. Hier gibt es neben Statistiken für das betreffende Geschäftsumfeld eben auch die Internetauftritte der Konkurrenten zu analysieren; über Jobportale kann man ggf. die Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen gut einschätzen.



2. Schritt: Der sinnvolle Businessplan

Ist die richtige Geschäftsidee für die Existenzgründung geboren, muss sie als nächstes gut strukturiert, durchdacht und geplant werden. Nur so kann man die Idee zu einem erfolgreichen Unternehmenskonzept entwickeln, das man braucht, wenn man sich selbstständig machen möchte.

Bei der Existenzgründung kommt dabei der Erstellung eines Businessplanes eine zentrale Bedeutung zu. Ein Businessplan kann dem Gründer, der Gründerin bereits bei der Erstellung sehr helfen, sich mit den zentralen Themen der unternehmerischen Tätigkeit auseinanderzusetzen und realistische Annahmen zu treffen. Er bzw. sie muss hierbei seine Idee zum ersten Mal konkretisieren.

Es ist also eine erste Stufe der Konkretisierung des Vorhabens, und der Businessplan ist auch ein wichtiges Tool für den Gründer, wenn z. B. Gespräche mit Banken geführt werden müssen und die Finanzierung des Vorhabens realisiert werden soll.

Ein Businessplan zeigt zentrale Grundlagen der Unternehmensgründung auf. Hier finden sich die ausformulierte Geschäftsidee, die Erfolgsmerkmale und Ziele der Unternehmung sowie auch die Qualifikation der Gründer/innen. 

Auch gibt ein gut gestalteter Businessplan mit gut recherchierten Zahlen Aufschluss über die Wettbewerbssituation, den Standort des Unternehmens, die marktbedingten Chancen und Risiken sowie über die besonderen Qualifikationen des Unternehmers. 

Hier sollte ebenso vermerkt sein, ob der Gründer die neue Unternehmung als Haupt- oder Nebengewerbe selbstständig betreiben möchte. 

3. Schritt: Sind Markenrechte zu prüfen?

Jedes Kind braucht einen Namen – und so ist es auch bei einer neuen Unternehmung. Noch bevor man sich mit möglichen Rechtsformen auseinandersetzt, kann man einen passenden Namen für eine neue Firma finden. Hierbei gilt es eine Menge zu bedenken, wenn man sich selbstständig machen möchte. Der Name muss nicht nur zum Unternehmen passen, er muss gut aussprechbar sein und darf nicht zu kompliziert werden.

Ist eine gute Idee für den Firmennamen geboren, gilt es, diese auf markenrechtliche Unbedenklichkeit hin zu prüfen. Man muss unbedingt ausschließen, dass der bevorzugte Firmenname bereits von anderen Unternehmen geschützt wurde. Dies kann man selbst recherchieren. Es stehen verschiedene Datenbanken, wie z. B. die des deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA), sowie auch Datenbanken auf EU-Ebene zur Verfügung. Hier kann man Markenrecherchen nach Wortmarken oder auch Wort-/Bildmarken machen und in Erfahrung bringen, welche anderen Unternehmen bereits den gewünschten Firmennamen als Marke haben eintragen lassen.

Grundsätzlich ist dabei der Schutz der Produktklassen zu beachten, sowie natürlich auch der Gebietsschutz der eingetragenen Marken. Abzuraten ist allerdings grundsätzlich von Namen, die sehr ähnlich zu großen Markennamen sind, besonders wenn sie auch noch in einem ähnlichen Geschäftsfeld angesiedelt sind. Großunternehmen gehen eher strikt gegen potentielle “Verwechslungen” vor und man sollte sich diesem Risiko nicht aussetzen.

Ist der richtige Firmenname gefunden, gilt es, schnellstmöglich die passende Internetdomain zu reservieren.

4. Schritt: Sind Genehmigungen einzuholen?

Je nach Unternehmensgegenstand sind auch im Vorfeld Genehmigungen vom Gründer einzuholen, wenn er sich selbstständig machen will. Strenge staatliche Vorgaben gibt es z. B. in verschiedenen Handwerksberufen oder in der Gastronomie. Es müssen für die Ausübung der Tätigkeit in der neuen Firma vom Gründer eventuell bestimmte Qualifikationen nachgewiesen werden, oder es sind Betriebslizenzen notwendig, wie z. B. die Schanklizenz in der Gastronomie.

Auch für gewerbliche Tätigkeiten in Verbindung mit Lebensmitteln sind gewisse Auflagen zu erfüllen, wenn man sich selbstständig machen will. Im Technologiebereich sind oft Zertifizierungen von Produkten notwendig, wenn sie in Deutschland oder Europa in den Verkehr gebracht werden sollen. Dies alles muss vom Gründer im Vorfeld einer Firmengründung sehr gut recherchiert sein.

5. Schritt: Wie finanziere ich meine Gründung?

Je nach Unternehmensgegenstand benötigt eine neu gegründete Firma mehr oder weniger Finanzmittel, um starten zu können. Reicht für viele kleine Gründer im Online- Bereich vielleicht schon ein Laptop aus, so sind für viele andere Gründungen, z. B. im Handel, doch einige Vorlaufinvestitionen zu tätigen, ohne die man das Unternehmen nicht starten kann. Es gilt also für den Gründer, den Kapitalbedarf realistisch und nicht zu knapp zu kalkulieren. Im Zweifelsfall sollte immer ein extra Budget eingeplant sein, da viele Unternehmensgründungen auch ungeplante Ausgaben verursachen. 

Ist eine realistische Kalkulation der Kosten vollbracht, stellt sich die Frage nach der Finanzierung. Kann man den Unternehmensstart, mit dem man sich selbstständig machen möchte, aus eigenen Mitteln finanzieren, sollte man dies auch tun. Eine Finanzierung über Kredite verursacht immer Kreditkosten und gerade in den Anfangsphasen einer jungen Firma lassen sich auch die Einnahmen noch nicht sehr gut planen.

Ist eine Fremdfinanzierung für den Gründer notwendig, sollte man zunächst die Möglichkeiten über die KfW-Bank prüfen. Sie bietet bei der Existenzgründung besonders günstige Kredite, allerdings sind dafür gewisse Voraussetzungen zu erfüllen. Kommt diese Option nicht in Frage, ist der Gang zur Hausbank zu empfehlen. Mit einer gut durchdachten Kostenkalkulation und einem professionellen Businessplan ist man für die Gespräche gut gerüstet.

6. Schritt: Die Wahl des richtigen Standortes

Für die Unternehmensgründung kann es wichtig sein, den richtigen Standort auszuwählen, um sich selbstständig zu machen. Je nach Gegenstand der Unternehmung kann der Standort sowohl völlig unbedeutend als auch von entscheidender Bedeutung für den Erfolg sein. 

Für den Erfolg eines Restaurants oder Friseursalons kann der Standort durchaus erfolgsentscheidend sein. Für eine Online-Marketing-Agentur ist er jedoch vollkommen unbedeutend. Spielt der Standort durchaus eine Rolle, ist auch abzuwägen mit welchen Kosten ein Standortvorteil verbunden ist. Geschäfte und Gewerbe in zentralen Lagen dicht besiedelter Gebiete haben natürlich andere Mietpreise als Gewerbeflächen in Randlagen oder Industriegebieten. Hier gilt es im Einzelfall abzuwägen, welche Standortvorteile wirklich nutzbringend sind und ob der finanzielle Aufwand im Verhältnis zum zusätzlichen Erfolg steht.

Besonders Online-Unternehmen können zumindest in der Startphase auch vom eigenen Wohnzimmer aus gestartet werden, wenn man sich selbstständig machen möchte. Dies spart Zeit und Geld und ist für viele kleine Online-Dienstleister eine sehr kosteneffiziente Alternative zu einem Büro. 

Sind eventuell eine renommierte Geschäftsadresse und repräsentative Räumlichkeiten wichtig für die unternehmerische Tätigkeit, können in größeren Städten auch sogenannte Working-Spaces heute eine sinnvolle Alternative zu einem eigenen Büro sein. Hier kann man einen Büroplatz für relativ wenig Geld anmieten und bei Bedarf auch Besprechungsräume, Seminarräume und ein Catering hinzubuchen.



7. Schritt: Die Wahl der geeigneten Rechtsform

Eine Unternehmensgründung in Deutschland kann man in verschiedenen Rechtsformen vollziehen, von denen alle ihre Vor- und Nachteile haben und auch unterschiedliche Anforderungen haben, wie z. B. Mindesteinlagen. Wichtig für die unternehmerische Tätigkeit ist auch die Frage nach der Haftung bei der Wahl der Rechtsform. Bei Personengesellschaften (z.B. GbR, OHG…) und Einzelunternehmungen steht der Unternehmer ggf. auch mit seinem privaten Vermögen ein und trägt damit auch ein besonders hohes Risiko.

Gründungen von Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG.…) beanspruchen neben einer Kapitaleinlage vor allen Dingen auch einige Zeit und es entstehen Gründungskosten, die im Vorfeld eingeplant werden müssen. Hier sind Verträge abzuschließen, die den Einsatz von Steuerberatern und Notaren erfordern und sich durchaus einige Wochen in die Länge ziehen können. Die Wahl der Rechtsform hat also viele Konsequenzen und sollte gut durchdacht werden, wenn man sich selbstständig machen möchte. 

8. Schritt: Die amtliche Eintragung der Firma

Sind die Gründungsformalitäten erledigt und ggf. die Verträge unterschrieben, muss die Firma amtlich gemacht werden. Hier sind verschiedene Bekanntmachungen, je nach Unternehmensform, zu berücksichtigen. Die Meldung beim Finanzamt muss gegebenenfalls durch eine Handelsregistereintrag ergänzt werden oder es muss ein Gewerbeschein beantragt werden. Auch die Meldung bei Berufsgenossenschaften kann notwendig sein. Hier sollte man sehr penibel die Notwendigkeiten beachten, denn Versäumnisse können schnell mit empfindlichen Bußgeldern bestraft werden. Im Zweifelsfall sollte man einen Anwalt oder Steuerberater in die Gründung mit einbinden, der die amtlichen Meldungen für die neue Firma macht.

9. Schritt: Marketing – die junge Firma braucht Aufmerksamkeit

Als Existenzgründer/in kümmert man sich heute bereits sehr früh um die eigene Internetpräsenz. Wenn man sich selbstständig macht, macht dies allerdings erst dann Sinn, wenn die rechtliche Gründung abgeschlossen ist. Diese ist abgeschlossen, wenn alle rechtlichen Prozesse zur Gründung fertig sind und alle Bestätigungen vorliegen, dass sowohl die Eintragungen als auch die Genehmigungen vollständig sind. Erst dann machen ein eigens Logo, die Internetpräsenz und Eintragungen in verschiedene Register (Brancheneintrag, Google Maps etc.) Sinn. Hier gilt es dann, das Unternehmen mit seinen Vorzügen optimal darzustellen und sich gegenüber der Konkurrenz abzuheben. Erst wenn das Marketing- Konzept fertig durchdacht und umgesetzt ist in einer ersten Phase, macht es auch Sinn, z. B. Social-Media-Kanäle zu nutzen, um die eigene Zielgruppe zu erreichen. 

10. Schritt: Die ersten Kunden und die ersten Aufträge

Auch wenn bis hierher schon viel Zeit und Mühe investiert wurde, richtig los geht es erst mit dem ersten Kunden oder Auftrag. Um die ersten Kunden zu finden, ist es wichtig, gute Recherchearbeit zu leisten, die den Existenzgründer herausfinden lässt, wo potenzielle Kunden zu finden sind, welche seine Produkte oder Dienstleistungen suchen. Für die ersten Aufträge oder Kunden ist dann besonders wichtig, einen guten Grundstein für die eigene Reputation im Markt zu legen. Natürlich müssen sie mit größter Sorgfalt behandelt werden und es empfiehlt sich aus gerade am Anfang, möglichst viel Feedback von Kunden einzuholen, um die eigenen Prozesse zu optimieren. Konstruktive Kritik ermöglicht schnelle Korrekturen und lässt eine junges Unternehmen in einen gesunden Entwicklungsprozess gleiten. Eine dynamische Entwicklung ist heute für fast alle Unternehmen sehr wichtig, um dauerhaft im Markt bestehen zu können.

Fazit:

Will man sich selbstständig machen, ist es also ein ziemlich langer Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Unternehmen mit seinen ersten Kunden. In der Gründung gibt es viele Entscheidungen zu treffen, die gut durchdacht sein wollen. Während sich im Geschäftsbetrieb viele Prozesse korrigieren und anpassen lassen, so ist das bei der Wahl der unpassenden Rechtsform oder einem schlecht gewählten Firmennamen nicht so einfach und schnell mehr möglich. Als Existenzgründer sollte man deshalb allen Gründungsprozessen intensive Aufmerksamkeit schenken, um später dann mit einem Unternehmen starten zu können, dass zumindest die ersten Jahre der unternehmerischen Tätigkeit gut aufgestellt ist. Sich selbstständig zu machen erfordert also einen guten Plan. Mit der Beherzigung der vorangegangenen 10 Schritte hat man aber schon einmal einen ganz guten Fahrplan und wir hoffen, dass er bei der Umsetzung der eigenen Idee hilfreich ist.

 

Gefällt Ihnen unser Engagement und diese Seite? Dann freuen wir uns über ein "Gefällt mir"!

Kostenlose Tipps und News auf Twitter, über unsere Facebook-Fanpage oder per Newsletter!

 

Gründerblatt-Service für Sie

Betina Graf-Deveci - Inhaberin von Gründerblatt

Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen Tipps zur Existenzgründung vor, die wir für Sie recherchiert haben. Damit Sie gut informiert in Ihre Gründung starten können!

Hinter Gründerblatt selbst steckt ein praxis- erprobtes Netzwerk an Berater/innen, die Sie gerne auch persönlich bei Ihrer Gründung begleiten. Diese Dienstleistung ist kostenpflichtig, kann aber im Rahmen des kfw-Gründercoaching teilweise bis zu 75 % bezuschusst werden.

Mehr zu unserem Beratungsangebot lesen Sie hier:

Sehen Sie sich auch unsere Empfehlung zum Businessplan-Tool an:

Viel Erfolg bei Ihrer Existenzgründung!

Gründerblatt-Newsletter

Kostenfrei alle ein bis zwei Monate

Das könnte Sie interessieren:

Direkt zu den Businessplänen: Businessplan-Sammlung

Schlagworte zu dieser Seite

Bleiben Sie informiert: Gründerblatt-News abonnieren.

ffdm 2005-2019 Internetagentur Fit-für-den-Markt